Nach der Sonnenfinsternis folgt in dieser Nacht das nächste große Himmelsschauspiel. Die Perseiden erreichen in der Nacht vom 12. auf den 13. August ihr Maximum, und schon ab dem späten Abend können erste Sternschnuppen zu sehen sein. Besonders gute Chancen bestehen nach Mitternacht und in den Stunden vor der Morgendämmerung.
Bis zu 100 Meteore unter Idealbedingungen
Die Perseiden gehören zu den bekanntesten Meteorströmen des Jahres. Unter sehr guten Bedingungen können während des Maximums zahlreiche Meteore sichtbar werden; NASA nennt für die Perseiden Größenordnungen von etwa 50 bis 100 Meteoren pro Stunde unter günstigen Umständen.
Solche Angaben sind jedoch keine Garantie für jeden Beobachtungsort. Stadtlicht, Wolken, eingeschränkter Horizont und die individuelle Blickrichtung können die tatsächlich sichtbare Zahl deutlich reduzieren.
Die Perseiden sind außerdem für besonders helle Meteore bekannt. Größere Teilchen können sogenannte Feuerkugeln erzeugen, die heller und länger sichtbar sind als gewöhnliche Sternschnuppen.
Nach Mitternacht werden die Chancen besser
Die Perseiden lassen sich auf der Nordhalbkugel besonders gut in den Stunden vor Sonnenaufgang beobachten.
Der Radiant, also jener Bereich des Himmels, aus dem die Meteore scheinbar kommen, liegt im Sternbild Perseus. Er steigt im Laufe der Nacht höher, wodurch sich die Beobachtungsbedingungen verbessern. Einzelne Perseiden können allerdings bereits ab etwa 22 Uhr erscheinen.
Wer heute gegen 22 Uhr noch keine Sternschnuppe entdeckt, sollte deshalb nicht gleich aufgeben. Die aussichtsreichste Zeit beginnt erst später in der Nacht.
So sieht man heute Nacht mehr Sternschnuppen
Für die Beobachtung braucht es weder Teleskop noch Fernglas. Ein möglichst großes freies Blickfeld ist sogar hilfreicher, weil Meteore an verschiedenen Stellen des Himmels erscheinen können. NASA empfiehlt, einen möglichst dunklen Ort fern von Straßenbeleuchtung und anderen starken Lichtquellen zu suchen.
Am besten eignet sich eine freie Wiese, ein Feldrand oder ein anderer sicherer Standort mit möglichst wenig künstlichem Licht. Wer aus einer Stadt herausfährt, kann schon wenige Kilometer außerhalb dicht bebauter Gebiete deutlich bessere Bedingungen vorfinden.
Danach heißt es warten: Die Augen benötigen ungefähr 20 bis 30 Minuten, um sich an die Dunkelheit anzupassen. In dieser Zeit sollte der Blick aufs helle Smartphone möglichst vermieden werden.
Nicht direkt auf Perseus starren
Obwohl die Sternschnuppen scheinbar aus dem Sternbild Perseus kommen, muss man dieses nicht permanent beobachten.
Die Meteore ziehen über große Bereiche des Himmels. NASA empfiehlt deshalb eine entspannte Position mit möglichst freiem Blick nach oben. Wer Perseus ungefähr lokalisieren möchte, kann sich in Richtung Nordosten orientieren, sollte das Blickfeld aber möglichst weit halten.
Eine Liege, Isomatte oder Decke kann die Beobachtung angenehmer machen. Wer längere Zeit draußen bleiben möchte, sollte außerdem an warme Kleidung denken, da es selbst nach einem heißen Sommertag nachts deutlich abkühlen kann.
Handy weg und mindestens eine Stunde einplanen
Geduld erhöht die Chancen erheblich.
Meteorströme liefern keine gleichmäßige Folge von Sternschnuppen. Mehrere Meteore können innerhalb weniger Minuten erscheinen, anschließend kann längere Zeit überhaupt nichts passieren.
Deshalb lohnt es sich, mindestens eine halbe Stunde, besser noch eine Stunde oder länger zu beobachten. Helle Displays sollten währenddessen vermieden werden, weil sie die Dunkeladaption der Augen wieder verschlechtern.
Auch Fotos sind möglich
Wer die Perseiden fotografieren möchte, sollte eine Kamera auf einem stabilen Stativ verwenden.
NASA empfiehlt eine Weitwinkeloptik, manuellen Fokus und längere Belichtungszeiten. Ein Fernauslöser oder Selbstauslöser verhindert Verwacklungen. Entscheidend bleibt auch hier ein möglichst dunkler Standort.
Mit dem Smartphone sind Aufnahmen schwieriger, können bei aktuellen Geräten mit Nachtmodus und fester Aufstellung aber gelingen. Entscheidend ist, die Kamera nicht in der Hand zu halten und einen möglichst großen Himmelsausschnitt aufzunehmen.
Swift-Tuttle liefert die Teilchen
Ursprung des Meteorstroms ist der Komet 109P/Swift-Tuttle.
Während seiner Umläufe um die Sonne hinterlässt er Staub und kleinere Teilchen. Jedes Jahr durchquert die Erde diese Partikelspur. Treffen die Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre, entstehen die hellen Lichtspuren.
Die Perseiden erreichen Geschwindigkeiten von ungefähr 59 Kilometern pro Sekunde. Ihren Namen tragen sie, weil ihre Flugbahnen scheinbar aus dem Bereich des Sternbilds Perseus kommen.
Für Beobachter bedeutet das heute Nacht vor allem: raus aus dem Stadtlicht, freie Sicht suchen, dem Smartphone eine Pause gönnen und Geduld mitbringen. Dann stehen die Chancen gut, nach der Sonnenfinsternis am Abend auch das zweite große Himmelsereignis dieses 12. August zu erleben.
Quelle:
NASA Science – Perseids Meteor Shower; NASA Skywatching; NASA Night Sky Network.