Eine Geschichte, die 1832 beginnt

Großschönau. In kaum einem anderen Ort Deutschlands sind Geschichte und Gegenwart so eng mit Textilien verbunden wie in Großschönau. Damast, Frottier, Webstühle, Fabrikgebäude und die Villen früherer Textilunternehmer prägen den Ort in der Oberlausitz bis heute.

Zu den traditionsreichsten Namen dieser Industriegeschichte gehört Hänsch.

Im Jahr 1832 gründete der Handwebermeister Christian Gottlieb Hänsch die Firma C. G. Hänsch. Was zunächst als handwerklicher Betrieb begann, entwickelte sich über Generationen zu einer der großen Textilfabriken Großschönaus.

Heute, 194 Jahre später, wird der Name mit Haensch Fabrics wieder als Modemarke geführt.

Die heutigen Kollektionen greifen die textile Herkunft auf, übersetzen sie jedoch in eine vollkommen neue Form: aus Damast, Frottier und Tischwäsche werden moderne Hemden, Rugbyshirts, Strick, Kleider, Bademode und maritime Freizeitkleidung.

Großschönau lebte von seinen Webstühlen

Die Geschichte von Hänsch ist untrennbar mit der Entwicklung Großschönaus verbunden.

Der Ort wurde durch die Damast- und Frottierweberei weit über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt. Europäische Herrschaftshäuser bezogen einst Tischwäsche aus Großschönau. In Deutschland wurde an keinem anderen Ort so viel und so lange echter Damast gewebt.

Mit neuen Webtechniken begann im 19. Jahrhundert die Industrialisierung.

1856 nahm in Großschönau der erste Frottierwebstuhl Deutschlands seinen Betrieb auf. Aus dem Weberdorf entwickelte sich zunehmend ein Industriestandort.

Neben Unternehmen wie Lieske & Häbler oder Richter & Goldberg gehörte C. G. Hänsch zu den großen Namen dieser Epoche.

Vom Handweber zum Fabrikunternehmen

Nach dem Tod des Firmengründers wurde das Unternehmen zunächst von seiner Witwe weitergeführt.

Später übernahm Sohn Carl Gottlieb Hänsch die Firma. Er war ausgebildeter Musterzeichner und hatte seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Dresden absolviert.

Unter seiner Führung wurde das Sortiment erweitert.

Neben traditionellen Textilien entstanden unter anderem Halbleinen, Tischwäsche und Servietten. Gleichzeitig begann das Unternehmen, seine Waren zunehmend außerhalb der Region anzubieten.

Ein bedeutender Erfolg gelang 1880: C. G. Hänsch wurde bei einer Ausstellung in Melbourne mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Auch das Exportgeschäft entwickelte sich.

Frottier wird zum wichtigen Geschäft

Mit der nächsten Generation veränderte sich die Produktion erneut.

Die Söhne der Familie traten in das Unternehmen ein, das Exportgeschäft wurde ausgebaut und Frottiererzeugnisse kamen in das Sortiment.

Die mechanische Weberei gewann zunehmend an Bedeutung.

Produziert wurden unter anderem Tischtücher, Handtücher, Badetücher, Waschlappen, Badestoffe und weitere Textilien.

Zeitweise beschäftigte C. G. Hänsch rund 450 Mitarbeiter.

Damit gehörte das Unternehmen nicht nur in Großschönau zu den bedeutenden Arbeitgebern.

Das halbe Zahnrad wird zum Markenzeichen

Der technische Wandel fand sogar Eingang in die Gestaltung der Marke.

Eine Gewebeart wurde patentiert und geschützt. Gleichzeitig entwickelte sich das halbe Zahnrad zu einem Erkennungszeichen von C. G. Hänsch.

Es stand für die zunehmende Mechanisierung der Produktion und zugleich für den Qualitätsanspruch des Unternehmens.

Schon damals funktionierte damit etwas, was für Modemarken heute selbstverständlich ist: Ein Produkt sollte nicht nur an Material und Verarbeitung erkannt werden, sondern auch an seinem Zeichen.

Krieg, Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit

Zur Geschichte des Unternehmens gehören allerdings nicht nur wirtschaftliche Erfolge.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde C. G. Hänsch 1942 verpflichtet, Räume und Personal für die nach Großschönau verlagerte Deutsche Schlauchbootfabrik bereitzustellen.

Dort wurden Rüstungsartikel gefertigt.

Neben Beschäftigten aus der Region wurden dabei auch Zwangsarbeiter und teilweise Kriegsgefangene eingesetzt.

Dieser Abschnitt gehört ebenso zur Geschichte des Unternehmensstandortes wie die vorherigen Jahrzehnte erfolgreichen Textilhandwerks.

Nach dem Krieg folgt die Enteignung

Nach 1945 veränderten sich die Eigentumsverhältnisse grundlegend.

1946 wurden drei Fünftel des Grundbesitzes und Gebäude des Unternehmens enteignet.

Die Textilproduktion wurde dennoch fortgeführt. Unter anderem entstanden weiterhin Bademäntel, Badetücher und Waschhandschuhe.

Aus Hänsch wird Haensch

Für die heutige Marke wird der Name international als Haensch geschrieben.

Der historische Bezug bleibt dabei erhalten, die modische Ausrichtung hat sich jedoch grundlegend verändert.

Haensch Fabrics setzt heute auf moderne Freizeit-, Küsten- und Lifestyle-Mode.

Der eigene Onlineshop stellt die Verbindung ausdrücklich her: „Von Großschönau an die Küste – seit 1832.“

Dabei soll die Marke nicht wie historische Heimat- oder Souvenirmode wirken. Die Kollektionen setzen vielmehr auf klare Schnitte, zurückhaltende Farben und eine moderne Bildsprache.

Haensch Coast wird zur zentralen Kollektion

Besonders deutlich wird das bei Haensch Coast.

Die Kollektion verbindet die Geschichte aus der Oberlausitz mit einem maritimen Lebensgefühl.

Navy, Ivory Cream, Hellblau, Weiß und Sandtöne bestimmen viele Modelle. Hinzu kommt das kleine goldene Haensch-Zeichen als wiederkehrendes Markenelement.

Der Stil soll gleichermaßen am Strand, an der Promenade und im Alltag funktionieren.

Die Kollektion richtet sich inzwischen an Damen, Herren und Kinder.

Rugbyshirt, Oxford-Hemd und Strick

Bei den Herren reicht das Sortiment von klassischen bis zu sportlicheren Artikeln.

Im aktuellen Onlineshop finden sich beispielsweise das Haensch Coast Heritage Rugbyshirt, das Classic Oxford Hemd, feine Strickpullover, Chino-Shorts, Badeshorts und windabweisende Westen.

Dazu kommen weitere Shirts, Polos, Hoodies und saisonale Produkte.

Die Designs setzen dabei weniger auf große Aufdrucke als auf eine zurückhaltende Markenwirkung.

Das historische Erbe soll erkennbar bleiben, ohne dass aus den Kleidungsstücken Museumsstücke werden.

Von der Frottierfabrik zur Bademode

Bemerkenswert ist dabei eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Schon C. G. Hänsch produzierte Badestoffe, Handtücher, Badetücher und später weitere Frottiererzeugnisse.

Fast zwei Jahrhunderte später findet sich das Thema Wasser wieder in der Marke – nun allerdings in Form moderner Coast- und Swim-Kollektionen.

Aus historischen Badetextilien wurden Badeshorts, Bademode und maritime Freizeitkleidung.

Nicht als Nachbau früherer Produkte, sondern als moderne Interpretation des Themas.

Mode für Damen und Kinder

Auch die Damenlinie wurde ausgebaut.

Zum Sortiment gehören je nach aktueller Kollektion unter anderem Shirts, Tops, Kleider, Strickwaren, Freizeitmode und Swimwear.

Ergänzt wird das Angebot durch Kinderprodukte und Accessoires.

Damit entwickelt sich Haensch zunehmend von einzelnen Kleidungsstücken zu einer umfassenderen Lifestyle-Marke.

Der Onlineshop unterteilt Haensch Coast inzwischen in eigene Bereiche für Damen, Herren, Swim, Kids, Beach und Accessoires.

Der Name Heritage bekommt eine neue Bedeutung

Neben der Küstenmode spielt der Begriff Heritage eine wichtige Rolle.

Im Modebereich beschreibt er normalerweise Kleidungsstücke, die klassische Formen und traditionelle Stile neu interpretieren.

Bei Haensch erhält der Begriff eine zusätzliche Bedeutung.

Denn hinter ihm steht tatsächlich eine dokumentierte Unternehmensgeschichte, die fast zwei Jahrhunderte zurückreicht.

Die Marke kann deshalb mit einem historischen Hintergrund arbeiten, den neue Labels erst künstlich aufbauen müssten.

„Made in Germany“ als Teil des Anspruchs

Haensch Fabrics verbindet seine Kollektionen mit einem klaren Qualitätsversprechen.

Der Onlineshop wirbt ausdrücklich mit „100 % Made in Germany“ und verweist auf ausgewählte Materialien, moderne Schnitte und deutsche Fertigung.

Gleichzeitig soll die Produktion an die textile Kompetenz der Region anknüpfen.

Damit versucht die Marke, zwei Welten zusammenzubringen: die Geschichte eines sächsischen Textilortes und die Erwartungen heutiger Kunden an moderne Mode.

Der Verkauf läuft heute auch online

Während C. G. Hänsch seine Waren einst über Handelsbeziehungen und internationale Exportmärkte verkaufte, ist der wichtigste Weg zum Kunden heute digital.

Die aktuellen Kollektionen können direkt über den Onlineshop von Haensch Fabrics bestellt werden.

Dort sind die verschiedenen Coast-Kollektionen, Damen- und Herrenmode, Swimwear, Kinderartikel und Accessoires gebündelt.

Auch neue Farben und saisonale Kollektionen werden dort vorgestellt.

[Haensch Fabrics – offizieller Onlineshop](https://fabric-of-haensch.com/?utm_source=chatgpt.com)

Der Shop bietet damit nicht nur Produkte, sondern erzählt zugleich die Geschichte der Marke und ihrer Herkunft in Großschönau.

Von Großschönau wieder hinaus

Für Haensch Fabrics ist der Onlineshop zugleich die Möglichkeit, eine regionale Marke wieder überregional bekannt zu machen.

Was im 19. Jahrhundert durch Handelsbeziehungen und Exporte geschah, funktioniert heute über einen digitalen Marktplatz.

Ein Kunde muss nicht nach Großschönau kommen, um Kleidung aus der neuen Kollektion zu entdecken.

Die Oberlausitzer Geschichte wird über das Internet nach Deutschland und darüber hinaus getragen.

Der Shop ist neben Deutsch auch international ausgerichtet.

194 Jahre zwischen Webstuhl und Onlineshop

1832 stand am Anfang ein Handwebermeister.

Später kamen Fabrikgebäude, mechanische Webstühle, internationale Kunden und mehrere Hundert Beschäftigte.

Dann folgten Krieg, Zwangsarbeit, Enteignung, Verstaatlichung und schließlich das Ende des früheren Betriebs.

Heute stehen unter dem Namen Haensch wieder Textilien aus Großschönau im Mittelpunkt.

Rugbyshirts statt Damast.

Oxford-Hemden statt Servietten.

Bademode statt Frottiertüchern.

Und ein Onlineshop statt des früheren Exportkontors.

Die Produkte haben sich verändert. Die Zeit ebenfalls.

Der Name aber ist nach 194 Jahren wieder dort angekommen, wo seine Geschichte begann: in Großschönau.