Im Neustrelitzer Schlossgarten zeigt sich derzeit, wie empfindlich die technische Infrastruktur hinter einem gepflegten Park sein kann. Während einzelne Brunnenanlagen in der Stadt wieder laufen, bleiben im Schlossgarten gleich mehrere Probleme bestehen – von der Wasseraufbereitung über die Bewässerung bis zu beschädigten Brunnenschalen.
Der Kugelbrunnen an den Uferterrassen des Glambecker Sees ist bereits seit dem 21. Juli wieder in Betrieb. Am 4. August folgten auch die Brunnenanlagen auf dem Marktplatz sowie vor und im Garten der Orangerie. Im Schlossgarten selbst besteht dagegen weiter Handlungsbedarf.
Filteranlage arbeitet nicht mehr zuverlässig
Bei der Inbetriebnahme der Enteisenungsanlage am Tiefbrunnen der Schlossterrassen stellte die beauftragte Fachfirma mehrere Probleme fest.
Nach der Rückspülung des Filters war das Brunnenwasser stark verfärbt und enthielt Schmutzpartikel. Gleichzeitig wurde der übliche Systemdruck nicht erreicht.
Als mögliche Ursache nennt die Stadt eine erschöpfte Standzeit des Filtermaterials.
Zudem könnte sich das Material während der langen Stillstandszeit seit der Abschaltung Ende vergangenen Jahres verfestigt haben, weil es in dieser Zeit nicht rückgespült wurde.
Anlage bereits mehrfach gespült
Die beauftragte Fachfirma hat inzwischen mehrfach reagiert.
Nach Angaben der Stadt wurden sowohl die Filteranlage als auch das Druckleitungssystem mehrfach gespült. Zusätzlich wurden die Regner gereinigt.
Das Problem ist damit jedoch noch nicht vollständig behoben.
Tropfbewässerung kann derzeit nicht genutzt werden
Besonders deutlich werden die Folgen bei der Bewässerung des Schlossgartens.
Bis zur Behebung des Defekts kann nur über die Regner bewässert werden. Die Tropfbewässerung bleibt außer Betrieb, weil sich die feinen Öffnungen bei der derzeitigen Wasserqualität sofort zusetzen würden.
Die betroffenen Rasenflächen müssen deshalb vorerst weiterhin mobil bewässert werden.
Damit ist die Pflege der Grünflächen derzeit aufwendiger als im regulären Betrieb.
Zuständigkeit für Reparatur wird noch geklärt
Wer für die notwendigen Reparatur- oder Sanierungsmaßnahmen aufkommen muss, ist nach Angaben der Stadt noch nicht abschließend geklärt.
Grund dafür ist, dass die Anlagen im Schlossgarten dem Land Mecklenburg-Vorpommern gehören.
Damit ist die Stadt zwar unmittelbar mit den Auswirkungen konfrontiert, die Eigentums- und Zuständigkeitsfrage liegt aber nicht allein bei ihr.
Zwei Springbrunnen wegen Schäden an Brunnenschalen außer Betrieb
Zusätzlich gibt es ein zweites Problem.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass die Springbrunnen im Schlossgarten Schäden an der Abdichtung der Brunnenschale aufweisen.
Aus diesem Grund können beide Brunnen in der Schichtachse Richtung Zierker See derzeit nicht betrieben werden.
Die Staatliche Bau- und Liegenschaftsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern in Neubrandenburg arbeitet bereits an der Reparatur.
Abschluss nicht vor September erwartet
Mit einer schnellen Wiederinbetriebnahme ist allerdings nicht zu rechnen.
Nach Angaben der Stadt ist ein Abschluss der Arbeiten nicht vor September zu erwarten.
Damit bleibt der Schlossgarten vorerst teilweise ohne funktionierende Brunnenanlagen.
Verzögerungen gab es schon beim Saisonstart
Die Probleme im Schlossgarten kommen nach einem ohnehin verspäteten Start der wassertechnischen Anlagen in diesem Jahr.
Laut Stadt hatte sich die Inbetriebnahme der städtischen Anlagen in Neustrelitz durch einen mehrmonatigen Haushalts- und Vergabeprozess verzögert.
Während Markt, Orangerie und Kugelbrunnen inzwischen wieder laufen, wird im Schlossgarten also noch länger improvisiert werden müssen.
Quellen
Residenzstadt Neustrelitz – Pressemitteilung „Brunnen am Markt und an der Orangerie in Betrieb – Sanierungsbedarf im Schlossgarten“ vom 10. August 2026