Sachsen-Anhalts Wirtschaft kommt weiterhin nicht aus der Flaute. Die beiden Industrie- und Handelskammern melden nur eine leichte Verbesserung der Lage, während Erwartungen und Investitionspläne schwach bleiben.

Nur 13 Prozent wollen mehr investieren

Wie die IHK Magdeburg mitteilt, bewerten 20 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut und 25 Prozent als schlecht. Mehr als ein Drittel blickt pessimistisch auf die kommenden Monate.

Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung bei den Investitionen. Nur 13 Prozent der Unternehmen im Kammerbezirk wollen ihre Investitionen ausweiten, 43 Prozent planen dagegen Kürzungen.

Der Geschäftsklimaindex stieg zwar um 10,4 Punkte auf 84,6 Punkte. Die IHK Magdeburg sieht darin jedoch noch keine wirtschaftliche Erholung.

Südliches Sachsen-Anhalt verharrt in Stagnation

Auch die IHK Halle-Dessau meldet für das zweite Quartal keine nachhaltige Trendwende. Das Geschäftsklima bewegt sich weiterhin nahe der Nulllinie.

Die Geschäftslage hat sich gegenüber dem schwachen Jahresauftakt etwas verbessert. Die Kammer führt dies unter anderem auf zwischenzeitlich niedrigere Energiepreise und eine Entspannung der geopolitischen Lage zurück.

Bei der Erhebung im südlichen Sachsen-Anhalt nehmen regelmäßig rund 600 Unternehmen teil. Die IHK wertet die Angaben nach Branchen gewichtet und saisonbereinigt aus.

Energie- und Arbeitskosten bleiben Belastung

Zu den wichtigsten Risiken zählen in beiden Kammerbezirken hohe Energie- und Rohstoffpreise. Hinzu kommen steigende Arbeitskosten und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.

Im Süden bleibt die Kapazitätsauslastung vieler Industriebetriebe vergleichsweise niedrig. Im Bau belastet besonders die schwache Nachfrage im Wohnungsbau, während Dienstleister unter hohen Personalkosten leiden.

Die Kammern fordern deshalb spürbare Entlastungen und bessere Standortbedingungen. Ohne stärkere Investitionen bleibt eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung in Sachsen-Anhalt vorerst aus.

Quelle: Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Industrie- und Handelskammer Magdeburg