Der Wissenschaftshafen in Magdeburg bekommt einen weiteren Forschungsneubau. Für die Erweiterung des Medizintechnik-Forschungscampus STIMULATE stellt Sachsen-Anhalts Wissenschaftsministerium bis zu 17,5 Millionen Euro bereit. Zusammen mit Eigenmitteln will die Otto-von-Guericke-Universität rund 21 Millionen Euro in das neue Gebäude „STIMULATE 2“ investieren.

Wissenschaftsminister Armin Willingmann übergab die Förderzusage am Freitag an Universitätsrektor Jens Strackeljan und STIMULATE-Sprecher Georg Rose.

Die Landesmittel stammen nach Angaben des Ministeriums aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes.

Neubau entsteht am Wissenschaftshafen

Das neue Gebäude soll in südlicher Verlängerung des Speichers A entstehen.

Geplant sind moderne Laborflächen, zusätzliche Büros sowie Räume für Start-ups und technologieorientierte Ausgründungen.

Außerdem sollen neue Forschungseinrichtungen und Industriepartner Platz auf dem Campus erhalten.

Damit soll sich STIMULATE von einem Forschungscampus zunehmend zu einem größeren Medizintechnik-Cluster entwickeln.

Forschung an Krebs und Aneurysmen bleibt Schwerpunkt

Im Mittelpunkt stehen weiterhin bildgestützte minimalinvasive Therapien.

Dabei geht es unter anderem um neue Verfahren zur Behandlung von Krebs sowie neurovaskulären Erkrankungen wie Aneurysmen.

Ziel solcher Technologien ist es, Eingriffe möglichst präzise und schonend durchzuführen.

Bildgebung soll Medizinern helfen, Instrumente während eines Eingriffs genau zu steuern und krankes Gewebe gezielter zu behandeln.

Künstliche Intelligenz und Robotik kommen hinzu

Mit dem Neubau sollen zugleich zusätzliche Forschungsfelder erschlossen werden.

Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an KI-gestützten Medizinprodukten, Robotik und intelligenten Assistenzsystemen.

Damit reagiert der Campus auf eine Entwicklung, die die Medizintechnik zunehmend prägt: Diagnose, Bildauswertung und chirurgische beziehungsweise interventionelle Systeme werden stärker mit automatisierten und KI-basierten Verfahren verbunden.

Räume für Start-ups ausdrücklich eingeplant

STIMULATE soll nicht ausschließlich Grundlagen- oder Hochschulforschung betreiben.

Ein Teil des Neubaus ist gezielt für Unternehmensgründungen und technologieorientierte Ausgründungen vorgesehen.

Dadurch sollen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in marktfähige Produkte überführt werden.

Universitätsrektor Jens Strackeljan sieht darin auch einen Vorteil für den Arbeitsmarkt.

Aus Forschung könnten konkrete Anwendungen, neue Unternehmen und hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, erklärte er.

Wissenschaftsminister spricht von nächster Entwicklungsstufe

Wissenschaftsminister Armin Willingmann bezeichnete die Erweiterung als wichtigen Schritt für den Medizintechnik-Standort Magdeburg.

Der Campus habe sich in den vergangenen Jahren zu einem der erfolgreichsten Zentren seiner Art in Deutschland entwickelt.

Nach Angaben des Ministeriums wurden bislang mehr als 80 Millionen Euro Drittmittel eingeworben.

Hinzu kommen Patente, Unternehmensausgründungen und Kooperationen mit Industriepartnern.

„Diese Dynamik wollen wir noch verstärken und zünden dafür jetzt die nächste Entwicklungsstufe“, erklärte Willingmann.

Mehr als 140 Partner im Netzwerk

Der Forschungscampus arbeitet inzwischen mit gut 40 Kernpartnern zusammen.

Darüber hinaus gibt es mehr als 100 weitere Kooperationspartner.

Damit reicht das Netzwerk weit über die Universität selbst hinaus und umfasst Wissenschaft, Kliniken und Industrie.

STIMULATE hatte sich bereits 2012 als eine von bundesweit zehn Initiativen im Wettbewerb „Forschungscampus“ des Bundesforschungsministeriums durchgesetzt.

Die Förderung durch den Bund läuft in der dritten Förderphase noch bis September 2029.

Ausbildung soll ebenfalls profitieren

Der Neubau soll auch die Ausbildung von Studierenden und Doktoranden verbessern.

Durch zusätzliche Labor- und Forschungsflächen können Nachwuchswissenschaftler stärker unmittelbar an Entwicklungsprojekten arbeiten.

Die Universität verbindet damit zugleich ein Standortargument im Wettbewerb um MINT-Studierende aus Deutschland und dem Ausland.

Wissenschaftshafen gewinnt weiter an Bedeutung

Der Wissenschaftshafen entwickelt sich damit weiter zu einem Schwerpunkt für Forschung und technologieorientierte Unternehmen in Magdeburg.

Neben wissenschaftlichen Einrichtungen sollen dort zunehmend Ausgründungen und Industriepartner angesiedelt werden.

Für die Stadt bedeutet das nicht nur zusätzliche Forschungsflächen, sondern potenziell auch neue Unternehmen und hoch qualifizierte Arbeitsplätze.

Kein direktes ODZ-Duplikat gefunden

Die ODZ hat zuletzt mehrfach über Wissenschafts- und Forschungsförderung an der Otto-von-Guericke-Universität berichtet, darunter die 7,2-Millionen-Euro-Förderung für die europäische Hochschulallianz EU GREEN. Ein Beitrag zur jetzt angekündigten Erweiterung des Forschungscampus STIMULATE und dem Neubau „STIMULATE 2“ war bei der aktuellen Suche jedoch nicht vorhanden.

Quellen

Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt: „Magdeburger Medizintechnik-Forschungscampus wächst durch Neubau“, 7. August 2026

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: Forschungscampus STIMULATE