Sachsen-Anhalts Kinder- und Jugendbeauftragter Holger Paech fordert eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Die kommende Landtagswahl solle nach seiner Auffassung die letzte sein, bei der 16- und 17-Jährige nicht abstimmen dürfen. Paech bezeichnet die Reform als Frage der Gerechtigkeit, weil junge Menschen von langfristigen politischen Entscheidungen besonders betroffen seien.

Paech fordert Wahlrecht ab 16

Wie das Sozialministerium Sachsen-Anhalt mitteilt, sprach sich Paech am 12. August, dem Internationalen Tag der Jugend, in Magdeburg für eine Änderung des Wahlrechts aus. Er verwies darauf, dass andere Länder Jugendlichen bereits ab 16 Jahren die Teilnahme an Landtagswahlen ermöglichen.

Nach Angaben des Ministeriums räumen derzeit sieben der 16 Bundesländer jungen Menschen ab 16 Jahren das aktive Wahlrecht ein. Paech nannte unter anderem Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern als Beispiele.

Kritik an unterschiedlichen Altersgrenzen

Der Jugendbeauftragte fordert zugleich eine Änderung auf Bundesebene. Er hält es für widersprüchlich, dass 16-Jährige an der Europawahl teilnehmen können, bei Bundestagswahlen aber weiterhin ausgeschlossen sind.

Jugendliche seien nach seiner Einschätzung sehr wohl in der Lage, politische Entscheidungen abzuwägen. Zudem übernähmen viele junge Menschen bereits Verantwortung in der Gesellschaft und beteiligten sich aktiv an politischen Prozessen.

Zukunftsfragen betreffen junge Generation

Paech begründet seine Forderung auch mit der langfristigen Wirkung politischer Entscheidungen. Themen wie Klimaschutz, Gesundheit, Pflege und Rente beträfen die junge Generation über mehrere Legislaturperioden hinweg.

Aus Sicht des Beauftragten spricht deshalb nicht nur die politische Beteiligung Jugendlicher für eine Reform. Er bezeichnet das Wahlrecht ab 16 ausdrücklich als ein Gebot der Gerechtigkeit.

Junge Menschen zeigen ihre Sicht auf Politik

Parallel zur Debatte wurden am Mittwoch in Magdeburg erstmals Filme aus dem Projekt „Kreuzweise“ vorgestellt. Rund 80 junge Menschen hatten dafür Ideen eingereicht, von denen 14 filmisch umgesetzt wurden.

Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit Migration, Generationenkonflikten, Drogenproblemen, sozialem Abstieg, rechter Gewalt und einer möglichen Rückkehr zur Wehrpflicht. Der Landesverband der Offenen Kanäle Sachsen-Anhalt hatte das Projekt bereits zum vierten Mal initiiert.

Paech sieht darin eine Möglichkeit, die Perspektive junger Menschen stärker in den Landtagswahlkampf einzubringen. Unterschiedliche Vorstellungen zwischen Berufspolitik und Jugendlichen sollten aus seiner Sicht von den Parteien ernst genommen werden.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr. 145/2026 vom 12. August 2026.