Sachsen-Anhalts Landesregierung hat die Verordnung zum neuen Landesentwicklungsplan 2026 beschlossen. Der LEP soll den verbindlichen Rahmen für die räumliche Entwicklung des Landes bilden und setzt neue Schwerpunkte bei Wirtschaft, ländlichem Raum, Daseinsvorsorge, Energiewende und Digitalisierung. Formal tritt der Plan mit der Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt in Kraft, die nach Angaben des Landes voraussichtlich Ende September 2026 erfolgen soll.
Ländlicher Raum rückt stärker in den Mittelpunkt
Wie die Staatskanzlei Sachsen-Anhalt mitteilt, soll der neue Landesentwicklungsplan einen grundlegenden Wandel gegenüber dem bisherigen Plan aus dem Jahr 2010 markieren.
Im Zentrum stehen nach Angaben von Infrastrukturministerin Lydia Hüskens Resilienz, Zukunftsfähigkeit und eine stärkere strategische Steuerung. Die Gliederung orientiert sich an Entwicklungen wie Klimawandel, Digitalisierung und demografischem Wandel.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Stärkung des ländlichen Raums werden ausdrücklich als zentrale Ziele genannt.
Genthin, Jessen und Gardelegen werden Mittelzentren
Zu den konkreten Änderungen gehört die Festlegung zusätzlicher Mittelzentren.
Genthin, Jessen und die Hansestadt Gardelegen erhalten diesen Status. Osterburg und Seehausen werden gemeinsam als Mittelzentrum festgelegt. Damit sollen auch außerhalb größerer Städte verlässliche Angebote bei Versorgung, Bildung und Gesundheit gesichert werden.
Nach Vorstellung des Landes sollen Kommunen und Land die Ausstattung dieser zentralen Orte in den kommenden Jahren sichern und bedarfsgerecht weiterentwickeln.
Neue Vorranggebiete für Landwirtschaft
Der LEP sieht darüber hinaus neue Instrumente für die Regionalplanung vor.
Dazu zählen verpflichtende Vorranggebiete für Landwirtschaft sowie sogenannte Schwerpunktorte für Wohnen, Tourismus oder Gesundheit. Auch die Balance zwischen Schutz und Nutzung von Freiräumen soll über differenzierte Vorrang- und Vorbehaltsgebiete geregelt werden.
Hinzu kommen Vorrangstandorte für landesweit bedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen sowie Vorgaben für die Weiterentwicklung des Mobilitätssystems.
Tausende Hinweise aus der Öffentlichkeit
Die Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans begann 2022.
Bei der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung Anfang 2024 gingen mehr als 1.000 Stellungnahmen mit rund 5.500 Hinweisen ein. In einer zweiten Beteiligungsrunde im Herbst 2025 waren es knapp 2.700 Stellungnahmen mit rund 6.300 Hinweisen.
Nach Angaben Hüskens führten zahlreiche Eingaben zu Änderungen, Anpassungen und Ergänzungen am Plan.
Alter Plan stammt aus dem Jahr 2010
Der bisherige Landesentwicklungsplan 2010 trat im März 2011 in Kraft.
Der neue LEP soll nun unter anderem den demografischen Wandel, Klimaschutz, die Transformation der Energieversorgung, Mobilität, Ressourcenschutz und Digitalisierung stärker berücksichtigen. Eine Umweltprüfung der Planinhalte wurde nach Angaben des Landes ebenfalls durchgeführt.
Mit dem Beschluss vom 11. August ist das Verfahren weitgehend abgeschlossen. Die Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt ist laut der veröffentlichten Chronologie für Ende September 2026 vorgesehen.
Quelle:
Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr. 453/2026 vom 11. August 2026.