Magdeburg. In einem auf 60 Kilometer pro Stunde begrenzten Abschnitt des Magdeburger Rings hat das Ordnungsamt einen Autofahrer mit 156 Kilometern pro Stunde erfasst. Der Fahrer überschritt die erlaubte Geschwindigkeit damit um 96 Kilometer pro Stunde. Innerhalb von viereinhalb Stunden registrierten die Kontrolleure insgesamt 201 Verstöße.
Mehr als 200 Fahrer waren zu schnell
Die Geschwindigkeitskontrolle fand an einem Samstag in Höhe der Anschlussstelle Kirschweg statt. Nach Angaben der Landeshauptstadt wurden innerhalb von viereinhalb Stunden insgesamt 2.945 Kraftfahrzeuge gemessen.
Bei 201 Fahrzeugen stellte das Ordnungsamt eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit fest. Damit war ungefähr jedes 15. kontrollierte Fahrzeug zu schnell unterwegs.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- 2.945 gemessene Fahrzeuge
- 201 Geschwindigkeitsverstöße
- erlaubte Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
- höchster gemessener Wert: 156 km/h
- zehn weitere Fahrzeuge mehr als 30 km/h zu schnell
- Kontrollzeitraum: viereinhalb Stunden
„Die Messergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit regelmäßiger Geschwindigkeitskontrollen im Stadtgebiet.“
Mit dieser Einschätzung begründet die Stadt die Fortsetzung ihrer Verkehrsüberwachung.
Drei Monate Fahrverbot und mindestens 800 Euro
Den mit 156 Kilometern pro Stunde erfassten Autofahrer erwarten nach Angaben der Stadt ein Bußgeld von 800 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg und ein dreimonatiges Fahrverbot.
Zusätzlich soll geprüft werden, ob der Fahrer vorsätzlich gehandelt hat. Bei einer derart hohen Überschreitung könne die Geschwindigkeit nach der einschlägigen Rechtsprechung ein gewichtiges Indiz für Vorsatz sein. Wird dieser angenommen, kann sich das Bußgeld auf 1.600 Euro verdoppeln.
Die Sanktion ändert jedoch nichts am eigentlichen Risiko. Wer in einem Tempo-60-Abschnitt mit mehr als dem Zweieinhalbfachen der erlaubten Geschwindigkeit fährt, verkürzt die verfügbare Reaktionszeit erheblich. Gleichzeitig steigen Bremsweg und mögliche Unfallfolgen.
Reisebus mit Fahrgästen fuhr 99 Kilometer pro Stunde
Unter den erheblichen Verstößen befand sich auch ein Reisebus. Das mit Fahrgästen besetzte Fahrzeug wurde mit 99 Kilometern pro Stunde gemessen.
Für den Busfahrer nennt die Stadt folgende Konsequenzen:
- 640 Euro Bußgeld
- zwei Punkte in Flensburg
- zwei Monate Fahrverbot
Insgesamt überschritten neben dem Spitzenreiter zehn weitere Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 30 Kilometer pro Stunde.
Der Fall des Reisebusses wiegt besonders schwer, weil der Fahrer nicht nur für sich selbst verantwortlich war. Bei einem Unfall wären auch zahlreiche Fahrgäste betroffen gewesen.
Kontrolle zeigt mehr als einen einzelnen Extremfall
Der mit 156 Kilometern pro Stunde gemessene Autofahrer ist der auffälligste Fall der Kontrolle. Die 200 weiteren Verstöße zeigen jedoch, dass es sich nicht allein um einen einzelnen Ausreißer handelte.
Tempo-60-Bereiche auf mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen werden häufig wegen Baustellen, enger Fahrstreifen, Ein- und Ausfahrten oder besonderer Gefahrenstellen eingerichtet. Verkehrsteilnehmer müssen sich unabhängig davon an die ausgeschilderte Begrenzung halten.
Die Stadt sieht sich durch die Messergebnisse in ihren regelmäßigen Kontrollen bestätigt. Für Autofahrer auf dem Magdeburger Ring bedeutet das, dass auch künftig mit mobilen Messstellen zu rechnen ist.
Quellen und Datenbasis
- Landeshauptstadt Magdeburg, Pressemitteilung „Mit 156 km/h im Tempo-60-Abschnitt“ vom 21. Juli 2026: Messstelle, Zahl der kontrollierten Fahrzeuge, Verstöße und Sanktionen.
- Landeshauptstadt Magdeburg, Übersicht der kommunalen Pressemitteilungen und Geschwindigkeitskontrollen.