Mehr als 15.000 Menschen haben beim Weißenfelser Stadtfest 2026 gemeinsam gefeiert. Vom 27. bis 30. August verwandelten sich die Innenstadt, die Badanlagen und das Saaleufer in eine große Festmeile. Neben Konzerten und Fahrgeschäften rückten auch die Zukunft der Stadtbibliothek und eine mögliche kulturelle Nutzung des Bahnhofs in den Mittelpunkt.
Die Stadt zieht nach vier Veranstaltungstagen eine positive Bilanz. Insgesamt beteiligten sich 72 Händler, Gastronomen und weitere Anbieter. Allein auf dem Historischen Markt an den Badanlagen waren mehr als 50 Stände vertreten. Über 15 Fahrgeschäfte ergänzten das Programm.
„Besonders schön war zu sehen, wie viele Menschen gemeinsam gefeiert und ihre Stadt erlebt haben“, sagte Kulturamtsleiter Christian Endt. Das Programm habe bewusst unterschiedliche Interessen angesprochen – von Musik und Tanz über Geschichte bis zu Angeboten für Familien.
630 Besucher erleben Eröffnung auf dem Markt
Den Auftakt bildete am Donnerstag, 27. August, die offizielle Eröffnung auf dem Weißenfelser Marktplatz. Nach der Rede von Oberbürgermeister Martin Papke verfolgten rund 630 Menschen das Konzert der Bigband der Kreismusikschule des Burgenlandkreises und des Doppelquartetts.
Anschließend spielte die Steinmeister-Band beim Mondscheinkonzert. Damit begann ein Veranstaltungswochenende, das zahlreiche Spielorte in der Stadt miteinander verband.
Besonders groß war der Andrang am Freitagabend. Rund 3.000 Besucher kamen zur „Synthie-Pop-Night“ auf den Marktplatz. Mit Camouflage, Kite, De/Vision und 80’s Express standen mehrere bekannte Vertreter des Genres auf der Bühne.
Nur wenige hundert Meter entfernt wurde gleichzeitig am Saaleufer gefeiert. Zur Disko mit Umpa-Lumpa kamen nach Angaben der Stadt 460 Gäste.
Mehr als 9.000 Gäste am Wochenende
Allein die Veranstaltungen auf dem Marktplatz und beim Saalefest zählten am Wochenende mehr als 9.000 Besucher. Auf der Markt-Bühne traten unter anderem das Tanzstudio Lattermann, Jay Khan, Annemarie Eilfeld und Ramon Roselly auf.
Am Abend sorgte die MDR JUMP Dance Night für Partystimmung. Am Saaleufer zeigte der TSC „Blau/Gelb“ Weißenfels mehrere Tanzvorführungen. Beim Saaleleuchten setzten Laser- und Pyroeffekte das Gelände in Szene.
Zu den traditionellen Programmpunkten gehörte am Sonntag das Entenrennen. Zahlreiche Zuschauer verfolgten am Ufer, welche der kleinen Rennenten zuerst das Ziel erreichte.
Mehr als 1.000 Menschen erkunden mögliches Bibliotheksgebäude
Abseits der großen Bühnen entwickelte sich das Pop-up-Wohnzimmer der Stadtbibliothek zu einem Publikumsmagneten. Mehr als 1.000 Menschen besuchten am Samstag das ehemalige Müller-Kaufhaus.
Die Stadt prüft das leer stehende Gebäude als möglichen künftigen Standort der Stadtbibliothek. Besucher konnten die Räume erkunden und ihre Vorstellungen für Angebote, Veranstaltungen, Aufenthaltsbereiche und Begegnungsmöglichkeiten einbringen.
Dabei ging es nicht ausschließlich um Bücher und Medien. Die Aktion sollte eine Diskussion darüber anstoßen, wie sich die Innenstadt entwickeln und welche Rolle ein neuer öffentlicher Treffpunkt dabei übernehmen könnte.
Studierende der Hochschule Weihenstephan präsentierten ergänzend ihre Entwürfe für das Weißenfelser Neustadtprojekt. Die Universität Leipzig beteiligte sich mit dem Projekt Merse54 im Rahmen des europäischen Programms „The Europe Challenge“.
Die AWO-Mutter-Kind-Einrichtung organisierte einen Kuchenbasar. Bei Julia Trensch von Julius Maximus konnten Besucher eigene Textilien bedrucken.
Initiative will Bahnhof kulturell beleben
Neue Perspektiven standen auch im Weißenfelser Bahnhof im Mittelpunkt. Die Initiative „Kulturbahnhof“ öffnete Räume, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind.
Bei Führungen konnten Interessierte das historische Gebäude kennenlernen. Die Initiative möchte Teile des Bahnhofs langfristig für Kunst, Musik und andere kulturelle Veranstaltungen nutzen.
Am Abend traten die Band der Neustadtschule, „Bandex“ und „Far Niente“ auf. Die Interessengemeinschaft Eisenbahnfreunde ergänzte das Programm mit einem Flohmarkt.
180 Oldtimer fahren durch die Saaleregion
Großen Zuspruch erhielt erneut die Oldtimerrallye. Mehr als 180 historische Fahrzeuge nahmen die rund 74 Kilometer lange Strecke in Angriff.
Die Route führte von Weißenfels über Zscheiplitz, Bad Kösen und Schönburg zurück in die Saalestadt. Vor allem am Start und am Ziel verfolgten zahlreiche Zuschauer die Ankunft der historischen Autos und Motorräder.
Einen weiteren Höhepunkt bildete der Festumzug am Sonntag. Mehr als 1.000 Darsteller zogen von der Merseburger Straße über die Friedrichstraße, die Straße Am Kloster, die Saalstraße und die Jüdenstraße zum Marktplatz.
Die einzelnen Bilder des Umzuges erinnerten an die Geschichte von Weißenfels – von der Gründung der Stadt bis zur Gegenwart.
Partnerstädte beteiligen sich am Fest
Auch die Städtepartnerschaften waren beim Stadtfest sichtbar. Aus Kornwestheim reisten Oberbürgermeister Nico Lauxmann und drei Stadträte zur Eröffnung an.
Die slowakische Partnerstadt Komárno wurde durch das Kammerorchester Commorra vertreten. Rund 80 Menschen besuchten dessen Konzert in der Marienkirche. Die musikalische Leitung hatte Kinga Süll übernommen.
Kulturamtsleiter Endt dankte nach Abschluss des Festes allen Beteiligten. Das Stadtfest habe nur durch das gemeinsame Engagement der Künstler, Händler, Vereine, Helfer und Mitarbeiter hinter den Kulissen stattfinden können.
Quelle: Stadt Weißenfels, Presseinformation zum Stadtfest 2026; Meldungsdatum nicht angegeben