Großer Erfolg für den Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt: Die Europäische Kommission fördert die Hochschulallianz EU GREEN mit weiteren 7,2 Millionen Euro aus dem Erasmus+-Programm. Damit kann die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) gemeinsam mit ihren acht europäischen Partneruniversitäten die Zusammenarbeit bis Ende 2028 weiter vertiefen und das Netzwerk schrittweise zu einem gemeinsamen länderübergreifenden Campus ausbauen.

Ein europäisches Netzwerk für Nachhaltigkeit und Innovation

Die 2023 ins Leben gerufene Allianz EU GREEN (European University Alliance for Sustainability: Responsible Growth, Inclusive Education and Environment) vereint neun mittelgroße Universitäten aus Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und Schweden. Zusammen vertreten die Partner mehr als 157.000 Studierende sowie rund 13.900 Beschäftigte. Ziel des Verbundes ist es, einen gemeinsamen Bildungs- und Forschungsraum zu schaffen, in dem Wissen, Infrastrukturen und Ideen barrierefrei ausgetauscht werden.

„Die weitere Förderung eröffnet unserer Universität buchstäblich grenzenlose Möglichkeiten“, betont Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Universität Magdeburg. „Studierende können Angebote verschiedener europäischer Hochschulen nutzen, Forschende erhalten direkten Zugang zu Partnern, Expertise und Infrastruktur. Aus neun einzelnen Universitäten entsteht so Schritt für Schritt ein gemeinsamer Campus.“

Neuer Studiengang und Austausch im Studienalltag

Die Millionen-Förderung soll vor allem genutzt werden, um bestehende Initiativen aus der ersten Förderphase (2023–2026) fest im Universitätsalltag zu verankern und neue Bildungsangebote zu schaffen.

  • Neuer Studiengang ab 2027: Zum Wintersemester 2027/28 soll ein gemeinsames internationales Studienprogramm im Bereich „Renewable Energies“ (Erneuerbare Energien) an den Start gehen, das die Kompetenzen aller Partnerbündnisse bündelt.

  • Flexible Auslandsangebote: Bis Ende 2026 werden fast 70 sogenannte Blended Intensive Programmes angeboten. Diese kombinieren digitale Lehre mit kurzen Präsenzaufenthalten an einer Partnerhochschule und ermöglichen internationalen Austausch ohne ein komplettes Auslandssemester.

  • Forschungskooperationen: In Bereichen wie der Medizin und den Materialwissenschaften bündeln die Universitäten ihre Kräfte. Durch gemeinsame Forschungswochen und die gegenseitige Öffnung von Laboren soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit weiter intensiviert werden.

Impulse für Sachsen-Anhalt und die Region

Für die Universität Magdeburg – die als einzige Hochschule Sachsen-Anhalts Teil einer Europäischen Hochschulallianz ist – besitzt die Mitgliedschaft zentrale strategische Bedeutung. Sie stärkt die internationale Sichtbarkeit des Standorts im Wettbewerb um Talente, Fachkräfte und Wissenschaftler.

Zudem setzt die Allianz auf die Einbindung der Region: In sogenannten Reallaboren entwickeln Hochschulen, Kommunen und lokale Unternehmen gemeinsam nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen wie den Klimawandel. Nach der nächsten Netzwerkkonferenz im schwedischen Gävle Ende des Jahres wird die Universität Magdeburg im Jahr 2028 selbst Gastgeberin des zentralen Foren-Treffens der Partnerregionen sein.

„EU GREEN bündelt Kräfte, öffnet Wissen und Infrastruktur und macht europäische Zusammenarbeit für Studierende, Forschende und die Menschen in den Regionen konkret erlebbar“, resümiert Dr. Anne Herbik, lokale EU-GREEN-Koordinatorin in Magdeburg.

Quellen & Datenbasis

  • Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: Pressemitteilung zur EU-GREEN-Anschlussförderung durch die Europäische Kommission bis 2028 (Juli 2026)