Erfurt. Die Waldbrandgefahr in Thüringen hat sich weiter verschärft. Nach der aktuellen Übersicht der Landesforstanstalt gilt in sieben Gebieten die Waldbrandgefahrenstufe 4. Sie steht für eine hohe Gefahr und ist die zweithöchste Stufe des fünfstufigen Systems.
Betroffen sind unter anderem die Kyffhäuserregion, der Raum Nordhausen sowie das Gebiet um Erfurt und Gotha. Auch in Teilen der Landkreise Hildburghausen, Saale-Orla und Greiz wird die Lage als hoch eingestuft. In den übrigen Regionen Thüringens gilt überwiegend die mittlere Gefahrenstufe 3. Eine geringere Gefahr besteht derzeit nur noch in Teilen des Thüringer Waldes und im Eichsfeld.
Forstämter können Grillplätze sperren
Bei Waldbrandgefahrenstufe 4 können die zuständigen Forstämter öffentlich zugängliche Grillplätze und Feuerstellen vorübergehend schließen. Ob und wo solche Sperrungen tatsächlich angeordnet werden, entscheiden die Behörden abhängig von der örtlichen Situation.
ThüringenForst veröffentlicht während der Waldbrandsaison täglich aktualisierte Gefahrenstufen. Die Einteilung reicht von Stufe 1 für eine sehr geringe Gefahr bis Stufe 5 für eine sehr hohe Gefahr.
Kleine Funken können bereits Brände auslösen
Bei hoher Waldbrandgefahr können trockene Bodenvegetation, abgestorbene Äste und ausgetrocknetes Unterholz besonders leicht Feuer fangen. Schon weggeworfene Zigaretten, heiße Fahrzeugteile oder unsachgemäß genutzte Feuerstellen können einen Brand auslösen.
Rauchen und offenes Feuer sind im Wald grundsätzlich verboten. Auch mobile Einmalgrills dürfen nicht im Wald verwendet werden. Zufahrten und Waldwege müssen für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge freigehalten werden. Wer Rauch oder ein Feuer entdeckt, sollte sofort den Notruf 112 verständigen und den Ort möglichst genau beschreiben.
Waldbesucher sollten besonders vorsichtig sein
Spaziergänge und Wanderungen sind bei Gefahrenstufe 4 nicht automatisch untersagt. Besucher sollten jedoch auf den Hauptwegen bleiben und örtliche Absperrungen unbedingt beachten. Fahrzeuge sollten nur auf ausgewiesenen Parkflächen abgestellt werden, da heiße Bauteile über trockenem Gras ebenfalls Brände verursachen können.
Besondere Vorsicht gilt an Waldrändern, auf trockenen Wiesen und in Gebieten mit hohem Nadelholzanteil. Dort kann sich ein Feuer bei Wind schnell ausbreiten.
Wetter entscheidet über die weitere Entwicklung
Die Gefahrenstufen werden anhand von Wetterdaten und regionalen Bedingungen täglich neu berechnet. Der Deutsche Wetterdienst aktualisiert seinen Waldbrandgefahrenindex während der Saison in der Regel einmal täglich am Morgen und veröffentlicht zusätzlich Prognosen für die folgenden Tage.
Ob sich die Lage in Thüringen kurzfristig entspannt, hängt vor allem von flächendeckendem und länger anhaltendem Regen ab. Einzelne kurze Schauer reichen häufig nicht aus, um ausgetrocknete Waldböden nachhaltig zu durchfeuchten.
Das sollten Bürger jetzt beachten
Waldbesucher sollten auf Rauchen, Grillen und jedes offene Feuer verzichten, Absperrungen respektieren und keine Zufahrtswege blockieren. Verdächtige Rauchentwicklung oder sichtbare Flammen müssen unverzüglich über die 112 gemeldet werden.
In sieben Thüringer Regionen gilt inzwischen die hohe Waldbrandgefahrenststufe 4. Die Lage ist noch nicht die höchste Alarmstufe, verlangt aber besondere Vorsicht. Schon kleine Unachtsamkeiten können unter den derzeit trockenen Bedingungen einen größeren Wald- oder Vegetationsbrand auslösen.