Rund 60.000 Hektar Wald in Mecklenburg-Vorpommern gelten als munitionsbelastet. Das entspricht etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche, wobei mehr als 28.000 Hektar der höchsten Belastungskategorie zugeordnet sind.

Eine vollständige Untersuchung und Beräumung der betroffenen Wälder ist nach Einschätzung des Landes auf absehbare Zeit nicht möglich. Deshalb soll ein bereits erprobtes Verfahren künftig auf weiteren Flächen zum Einsatz kommen.

Altmunition belastet 28.400 Hektar Wald besonders stark

In Mecklenburg-Vorpommern sind 28.400 Hektar Wald der Belastungskategorie 4 zugeordnet. Sie gelten damit als besonders stark durch alte Munition belastet. Die Altlasten stammen vor allem von früher militärisch genutzten Flächen.

Allein die Landesforst kann deshalb seit 2018 rund 10.000 Hektar Wald nicht regulär bewirtschaften. Das erschwert notwendige Arbeiten zur Waldpflege und zur Vorbeugung von Waldbränden.

Eine flächendeckende Untersuchung des Bodens würde viel Zeit und Geld erfordern. Auch die anschließende Bergung der Munition stellt die zuständigen Behörden vor große Herausforderungen.

Mecklenburg-Vorpommern prüft munitionsbelastete Waldflächen neu

Landesforst, Waldservice und Munitionsbergungsdienst haben gemeinsam mit dem Projektzentrum Waldbrandschutz THOR einen neuen Ansatz entwickelt. Die Fachleute untersuchen dabei gezielt einzelne Bereiche und überprüfen die tatsächliche Belastung.

Stellt sich heraus, dass von einer Fläche eine geringere Gefahr ausgeht, kann ihre Einstufung geändert werden. Sichere Bereiche lassen sich dadurch wieder für die Waldbewirtschaftung und die Waldbrandvorsorge nutzen.

Das Verfahren konzentriert die aufwendigen Untersuchungen auf ausgewählte Flächen. Eine vollständige Beräumung des gesamten Waldgebietes ist dafür nicht erforderlich.

Weitere 70 Hektar Wald könnten wieder bewirtschaftet werden

Forstminister Till Backhaus informierte sich im Forstamt Karbow über die bisherigen Ergebnisse. Für weitere rund 70 Hektar wurde inzwischen eine Herabstufung aus der höchsten Belastungskategorie beantragt.

Die zuständigen Stellen prüfen nun, wie stark diese Bereiche tatsächlich belastet sind. Abhängig vom Ergebnis können dort die Waldbewirtschaftung und die Waldbrandprävention teilweise oder vollständig wieder aufgenommen werden.

Das Land will das Verfahren auf weitere geeignete Flächen übertragen. Dadurch sollen trotz der erheblichen Munitionsbelastung wieder größere Teile der Wälder sicher gepflegt werden können.

Quelle: [Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern](https://www.regierung-mv.de/Aktuell/?id=222873&processor=processor.sa.pressemitteilung&utm_source=chatgpt.com)