Ein ausrangierter Doppeldeckerbus wird in Beelitz zu einem neuen Treffpunkt für Jugendliche. Zehn junge Menschen bauen das frühere Berliner Fahrzeug seit Mitte August nach ihren eigenen Vorstellungen um, damit neben dem Jugendclub und dem Wasserturmpark ein weiterer überdachter Aufenthaltsort entsteht.

Jugendliche bauen Doppeldeckerbus selbst aus

Im Inneren des früheren Linienbusses laufen derzeit umfangreiche Arbeiten. Die Jugendlichen entfernen Kabel, Türverkleidungen und die Reste der bisherigen Ausstattung. Im Obergeschoss ist die Entkernung bereits abgeschlossen. Auch im unteren Bereich sind nur noch die Träger zu sehen, an denen früher die Sitze befestigt waren.

Einer der Beteiligten ist der 19-jährige Ole Babenschneider. Für ihn liegt der besondere Reiz darin, den künftigen Treffpunkt selbst mitgestalten zu können. Die Jugendlichen erhalten nicht einfach einen fertig eingerichteten Raum. Sie entscheiden gemeinsam, wie der Bus künftig aussehen und genutzt werden soll.

An dem Umbau beteiligen sich insgesamt zehn Jugendliche. Das praktische Arbeiten gehört bewusst zum Projekt. Dadurch sollen die künftigen Nutzer Verantwortung für den neuen Treffpunkt übernehmen und eine stärkere Verbindung zu dem ungewöhnlichen Aufenthaltsort entwickeln.

Idee entstand aus den Wünschen der Jugendlichen

Die Stadt hatte junge Menschen zuvor gefragt, welche zusätzlichen Angebote sie sich in Beelitz wünschen. Dabei nannten sie einen eigenen überdachten Treffpunkt. Vergleichbare Projekte mit umgebauten amerikanischen Schulbussen gibt es bereits in anderen Kommunen.

Beelitz entschied sich für einen früheren Doppeldeckerbus der Berliner Verkehrsbetriebe. Das Fahrzeug bietet durch seine beiden Etagen mehr Platz und ermöglicht eine Aufteilung in unterschiedliche Bereiche.

Bürgermeister Bernhard Knuth sieht einen entscheidenden Vorteil darin, dass die Jugendlichen den Ausbau selbst übernehmen. Auf diese Weise entstehe kein Treffpunkt nach den Vorstellungen der Verwaltung, sondern ein individuell gestalteter Ort der jungen Beelitzer.

Der Bus steht derzeit noch auf dem Parkplatz neben der Feuerwehr. In den kommenden Tagen soll er an seinen endgültigen Standort am Wall des Parkplatzes versetzt werden.

Chill-Area und Partybereich im Bus geplant

Für beide Etagen bestehen bereits konkrete Vorstellungen. Das Obergeschoss soll zu einer Chill-Area werden. Dort können sich Jugendliche künftig treffen, zusammensitzen und ihre Freizeit verbringen.

Im unteren Stockwerk ist ein lebhafterer Bereich vorgesehen. Dort soll eine Party-Area mit einer Bar entstehen. Wie die Räume genau eingerichtet werden, legen die Jugendlichen während des weiteren Umbaus gemeinsam fest.

Auch das äußere Erscheinungsbild des Busses soll sich verändern. Die bisherige gelbe Lackierung soll nicht erhalten bleiben. Mehrere Besucher des Jugendclubs beschäftigen sich mit Graffiti und wollen dem Fahrzeug eine eigene Gestaltung geben.

Melanie Maske von der Stiftung Job begleitet das Projekt gemeinsam mit Lukas König. Beide leiten den Jugendclub und haben die Ideen der Jugendlichen für den Ausbau gesammelt. Die Stiftung unterstützt die jungen Beteiligten dabei, ihre Vorstellungen praktisch umzusetzen.

Bauhof gestaltet Eingang und Umfeld

Unterstützung erhalten die Jugendlichen außerdem vom Beelitzer Bauhof. Dessen Mitarbeiter halfen bereits beim Ausbau der technischen Anlagen. Nach dem Versetzen des Busses sollen sie einen neuen Eingangsbereich an den Bustüren schaffen und das unmittelbare Umfeld gestalten.

Der Zugang wird künftig über den Jugendclub organisiert. Mehrere regelmäßige Clubbesucher sollen einen Schlüssel erhalten. Dadurch soll der Doppeldecker ohne starre Öffnungszeiten auskommen und dennoch nicht dauerhaft frei zugänglich sein.

Die Stadt möchte erreichen, dass grundsätzlich alle Jugendlichen den neuen Treffpunkt nutzen können. Gleichzeitig sollen verlässliche Ansprechpartner dafür sorgen, dass der Bus verantwortungsvoll behandelt wird.

Bis zur Eröffnung stehen noch mehrere Arbeiten an. Die technische Ausstattung muss vollständig entfernt, der Eingang angepasst und das Gelände vorbereitet werden. Anschließend können die Jugendlichen mit der Einrichtung und der äußeren Gestaltung beginnen.

Das Projekt verbindet damit kommunale Jugendarbeit und praktische Beteiligung. Die Jugendlichen haben den Treffpunkt selbst vorgeschlagen, arbeiten an seinem Ausbau mit und entscheiden über die spätere Nutzung. Aus einem ausgemusterten Linienbus entsteht so ein neuer Freizeitort, der sichtbar ihre eigene Handschrift tragen soll.

Quelle: Stadtverwaltung Beelitz, Presseinformation vom 25. August 2026