Jena erweitert seine Planungen für schwere Krisen- und Notlagen. Dabei spielen inzwischen auch Szenarien eines bewaffneten Konflikts und hybride Angriffe eine Rolle. Grundlage sind nach aktuellen Angaben unter anderem Arbeitshilfen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, mit denen sich neben Jena auch Erfurt und Weimar beschäftigen.

Kritische Infrastruktur rückt in den Mittelpunkt

Die kommunale Vorbereitung umfasst nicht allein klassische Naturkatastrophen. In den Unterlagen des Bundes werden auch Angriffe auf Umspannwerke, Verkehrswege und andere kritische Einrichtungen behandelt.

Hinzu kommen mögliche Cyberangriffe, deren Urheber nicht immer eindeutig festgestellt werden können.

Stadt muss Versorgung im Krisenfall kennen

Für Kommunen ist entscheidend, welche Infrastruktur im Ernstfall unbedingt weiterarbeiten muss.

Dazu gehören unter anderem Strom- und Gasversorgung, Trinkwasser, Verkehrsverbindungen sowie Einrichtungen, die für Versorgung und Gefahrenabwehr benötigt werden.

Zivilschutz bekommt neue Bedeutung

Jena gehört damit zu den Thüringer Städten, die sich bereits konkret mit den neuen Empfehlungen beschäftigen.

Die Planungen bedeuten nicht, dass eine konkrete militärische Gefahr für die Stadt bevorsteht. Sie zeigen jedoch, dass zivile Verteidigung nach Jahrzehnten geringerer Bedeutung wieder stärker Bestandteil kommunaler Vorsorge wird.

Quelle:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe; Angaben der Stadt Jena zur Krisenvorsorge; Deutsche Presse-Agentur.