Unternehmen aus Ilmenau und dem gesamten Ilm-Kreis können sich noch bis Freitag, 14. August 2026, für die dritten Praxistage registrieren. Teilnehmen dürfen alle ausbildungsberechtigten Betriebe, Einrichtungen und Institutionen. Angestrebt wird ein breites Angebot von Industrie und Handwerk über Gastronomie und Hotellerie bis zu sozialen und sogenannten grünen Berufen.
Jugendliche sollen Betriebe praktisch kennenlernen
Die Praxistage sollen Schülern einen realistischen Einblick in unterschiedliche Berufe ermöglichen.
Statt ausschließlich Informationsmaterial zu lesen, können Jugendliche Arbeitsplätze, Tätigkeiten und Anforderungen direkt in einem Unternehmen kennenlernen. Für Betriebe entsteht zugleich die Möglichkeit, frühzeitig mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu kommen.
Gerade kleinere Unternehmen können dadurch Jugendliche erreichen, die ihre Ausbildungsangebote bislang kaum kennen.
Anmeldung für Unternehmen endet am 14. August
Die aktuelle Bewerbungsphase richtet sich zunächst an die Betriebe.
Interessierte Unternehmen müssen sich bis zum 14. August über die Projektseite registrieren. Voraussetzung ist, dass sie zur Ausbildung berechtigt sind und geeignete Einblicke in den jeweiligen Berufsalltag anbieten können.
Eine frühzeitige Anmeldung erleichtert die spätere Zuordnung der Schüler zu passenden Berufsfeldern.
Speed-Dating in der Festhalle
Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist das Azubi-Speed-Dating am 17. September.
Die Veranstaltung findet zwischen 8 und 14 Uhr in der Festhalle Ilmenau statt. Jugendliche führen dort mit zuvor ausgewählten Unternehmen realistische Bewerbungsgespräche.
Das Format soll beiden Seiten helfen, einen ersten persönlichen Eindruck zu gewinnen.
Fachkräftemangel beginnt bei unbesetzten Ausbildungsstellen
Viele Unternehmen suchen nicht erst erfahrene Fachkräfte, sondern bereits geeignete Auszubildende.
Bleiben Lehrstellen über mehrere Jahre unbesetzt, fehlt später qualifiziertes Personal. Das betrifft besonders technische Berufe, Handwerk, Pflege, Gastronomie und kleinere mittelständische Betriebe.
Berufsorientierung ist deshalb nicht nur eine Aufgabe der Schulen, sondern auch ein Teil der regionalen Wirtschaftsförderung.
Kleine Betriebe müssen sichtbar werden
Große Unternehmen besitzen häufig eigene Personalabteilungen und bekannte Marken.
Ein kleiner Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb kann mit diesen Möglichkeiten kaum konkurrieren. Gemeinsame Praxistage schaffen eine Plattform, auf der auch weniger bekannte Arbeitgeber ihre Ausbildung vorstellen können.
Entscheidend ist, dass die angebotenen Einblicke konkret und altersgerecht gestaltet werden.
Jugendliche erwarten klare Perspektiven
Ein Ausbildungsplatz wird nicht allein nach dem Berufsbild ausgewählt.
Vergütung, Arbeitszeiten, Übernahmechancen, Erreichbarkeit und Betriebsklima beeinflussen die Entscheidung. Unternehmen sollten deshalb offen erklären, was sie anbieten und welche Anforderungen tatsächlich gelten.
Unrealistische Versprechen helfen weder dem Betrieb noch den Bewerbern.
Öffentlicher Nahverkehr bleibt wichtiger Faktor
Nicht jeder Ausbildungsbetrieb ist für Jugendliche aus Ilmenau und den Ortsteilen problemlos erreichbar.
Schichtbeginn am frühen Morgen oder Arbeitsende am Abend können mit dem regionalen Fahrplan kollidieren. Betriebe und Politik müssen deshalb auch Mobilität, Wohnraum und mögliche Fahrgemeinschaften berücksichtigen.
Ein passender Ausbildungsplatz nutzt wenig, wenn der tägliche Weg ohne eigenes Auto kaum möglich ist.
Regionalbudget finanziert die zentrale Veranstaltung
Die Kosten des Azubi-Speed-Datings werden nach Angaben des Ilm-Kreises über das Regionalbudget des Thüringer Bogens getragen, an dem sich der Kreis mit Eigenanteilen beteiligt.
Damit wird die Berufsorientierung als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Schulen, Arbeitsverwaltung und öffentlicher Hand organisiert.
Erfolg zeigt sich erst bei abgeschlossenen Verträgen
Eine hohe Teilnehmerzahl allein reicht für eine positive Bilanz nicht aus.
Entscheidend ist, wie viele Praktika, Bewerbungen und Ausbildungsverträge aus den Kontakten entstehen. Der Ilm-Kreis sollte die Ergebnisse nach Abschluss der Praxistage auswerten und erfolgreichen Betrieben sowie Schulen ermöglichen, ihre Erfahrungen weiterzugeben.
Quellen
Ilm-Kreis, „Praxistage für Schüler im Ilm-Kreis gehen in dritte Runde“, aktueller Stand August 2026
Ilm-Kreis, Angaben zur Unternehmensanmeldung bis 14. August 2026 und zum Azubi-Speed-Dating am 17. September 2026
Thüringer Bogen, Informationen zur Finanzierung des Projektes aus dem Regionalbudget