Die Staatskapelle Weimar und die STÜBAphilharmonie geben am Sonntag, dem 30. August 2026, erstmals ein gemeinsames Konzert in der Festhalle Ilmenau. Zusammen mit dem Konzertchor Rutheneum aus Gera bringen rund 120 Musiker Gustav Holsts monumentale Orchestersuite „Die Planeten“ auf die Bühne. Das Konzert beginnt um 16 Uhr, der Einlass ist ab 15 Uhr möglich.
Die Aufführung ist das Ergebnis einer zwanzigjährigen Patenschaft zwischen der Staatskapelle Weimar und der STÜBAphilharmonie. Nach mehreren Anläufen und umfangreichen Vorbereitungen treten das professionelle Orchester und das überwiegend ehrenamtlich arbeitende Projektorchester nun erstmals gemeinsam bei einem vollständigen Konzert auf.
Professionelles Orchester trifft engagierte Laienmusiker
Die Zusammenarbeit verbindet unterschiedliche musikalische Strukturen. Die Staatskapelle Weimar gehört zu den traditionsreichen Berufsorchestern Deutschlands. Die STÜBAphilharmonie ist dagegen ein ehrenamtlich getragenes Sinfonieorchester, dessen Wurzeln im Ilmenauer Ortsteil Stützerbach liegen.
Seit rund zwei Jahrzehnten besteht eine Patenschaft zwischen beiden Klangkörpern. Diese Verbindung umfasste bislang vor allem den fachlichen und persönlichen Austausch. Mit dem Sommerkonzert wird die Zusammenarbeit erstmals in dieser Größenordnung auf einer gemeinsamen Bühne sichtbar.
Für die STÜBAphilharmonie erfüllt sich damit nach eigenen Angaben ein lang gehegter Wunsch. Professionelle Orchestermusiker und engagierte Laien erarbeiten gemeinsam ein anspruchsvolles sinfonisches Programm.
Rund 120 Musiker auf der Bühne
An der Aufführung beteiligen sich insgesamt rund 120 Musiker. Neben den beiden Orchestern wirkt der Konzertchor Rutheneum aus Gera mit.
Die große Besetzung ist für Gustav Holsts „Die Planeten“ erforderlich. Das Werk verlangt ein umfangreiches Orchester mit zahlreichen Bläsern, Schlaginstrumenten und weiteren Klanggruppen. Im letzten Satz wird zusätzlich ein Frauenchor eingesetzt.
Die Bühne der Festhalle muss deshalb erweitert werden. Dadurch stehen weniger Zuschauerplätze als bei früheren Sommerkonzerten der STÜBAphilharmonie zur Verfügung.
Gustav Holsts musikalischer Blick auf die Planeten
Im Mittelpunkt des Konzerts steht die Orchestersuite „Die Planeten“ des britischen Komponisten Gustav Holst. Das Werk entstand zwischen 1914 und 1916 und gehört zu den bekanntesten Orchesterkompositionen des 20. Jahrhunderts.
Die sieben Sätze sind nach Planeten des Sonnensystems benannt. Holst wollte jedoch keine naturwissenschaftliche Beschreibung des Weltalls schaffen. Stattdessen ordnete er den Himmelskörpern unterschiedliche Charaktere und Stimmungen zu.
„Mars, der Kriegsbringer“ beginnt mit einem markanten, unruhigen Rhythmus. „Venus, die Friedensbringerin“ bildet einen ruhigen Gegenpol. Weitere Sätze stehen für Merkur, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
Besonders bekannt ist „Jupiter, der Bringer der Fröhlichkeit“. Der Satz verbindet kräftige Rhythmen mit einer weit gespannten Melodie, die später auch unabhängig vom Gesamtwerk bekannt wurde.
„Neptun“ endet mit einem unsichtbaren Chor
Der letzte Satz „Neptun, der Mystiker“ sieht einen Frauenchor vor, der nach Möglichkeit außerhalb des Blickfelds des Publikums singt.
Während das Orchester immer leiser wird, entfernt sich auch der Chor klanglich. Das Werk endet nicht mit einem klaren Schlussakkord, sondern verliert sich allmählich in der Ferne.
Der Konzertchor Rutheneum übernimmt bei der Aufführung in Ilmenau diese besondere Aufgabe. Die räumliche Anordnung des Chores gehört damit zu den technischen und akustischen Herausforderungen des Abends.
Arvo Pärts „Fratres“ eröffnet das Konzert
Vor Holsts groß besetztem Werk erklingt „Fratres“ des estnischen Komponisten Arvo Pärt.
Das Stück ist für seine ruhige, konzentrierte Klangsprache bekannt. Wiederkehrende musikalische Muster und langsame Veränderungen schaffen eine zurückgenommene Atmosphäre.
Die Veranstalter stellen „Fratres“ bewusst an den Beginn des Programms. Die stille und zeitlose Wirkung des Werkes soll den Raum für die farbenreichen und rhythmisch kraftvollen Klangwelten von Holsts „Planeten“ öffnen.
Damit treffen innerhalb eines rund 60-minütigen Konzerts zwei sehr unterschiedliche musikalische Ausdrucksformen aufeinander.
Javier Huerta Gimeno leitet den großen Klangkörper
Die musikalische Leitung übernimmt Javier Huerta Gimeno. Der Dirigent ist der STÜBAphilharmonie seit vielen Jahren verbunden.
Huerta Gimeno war an der Staatskapelle Weimar als stellvertretender Solocellist tätig und arbeitet inzwischen als Dirigent. Nach Angaben der Veranstalter zählt er zu den aufstrebenden jungen Dirigenten Europas.
Für das Projekt bringt er Kenntnisse beider Orchesterwelten mit. Er kennt die professionelle Arbeitsweise der Staatskapelle ebenso wie die besonderen Bedingungen eines ehrenamtlichen Projektorchesters.
Die Aufgabe besteht darin, rund 120 Musiker und Sänger zu einem einheitlichen Klangkörper zusammenzuführen. Dafür sind mehrere gemeinsame Proben notwendig.
Probenphase in Weimar
Die STÜBAphilharmonie plant vom 26. bis 28. August eine Probenphase in Weimar. Dort wird das Programm wenige Tage vor den Aufführungen gemeinsam erarbeitet.
Die Zusammenarbeit mit einem Berufsorchester stellt hohe Anforderungen an Vorbereitung und Konzentration. Die ehrenamtlichen Musiker müssen ihre Stimmen zuvor eigenständig oder in kleineren Gruppen einstudieren.
Erst in den gemeinsamen Proben können Klangbalance, Übergänge, Tempi und die Abstimmung mit dem Chor vollständig entwickelt werden.
Die Produktion wird zunächst im Umfeld des Kunstfestes Weimar gezeigt und anschließend nach Ilmenau gebracht.
Konzert kehrt an die Wurzeln der STÜBAphilharmonie zurück
Der Auftritt in Ilmenau besitzt für die STÜBAphilharmonie eine besondere Bedeutung. Das Orchester entstand im heutigen Ilmenauer Ortsteil Stützerbach und ist bis heute eng mit der Region verbunden.
Obwohl die Mitglieder inzwischen aus ganz Deutschland zu den Projekten anreisen, versteht sich das Ensemble weiterhin als Teil der mitteldeutschen und Thüringer Kulturlandschaft.
Die Veranstalter wollten das gemeinsame Projekt deshalb nicht ausschließlich in Weimar aufführen. Auch das Publikum in Ilmenau soll die aufwendige Produktion erleben können.
Die Festhalle bietet dafür ausreichend Platz, muss wegen der großen Orchesterbesetzung jedoch technisch und räumlich angepasst werden.
Weniger Sitzplätze als gewohnt
Die erweiterte Bühne beansprucht einen erheblichen Teil der Halle. Deshalb können weniger Eintrittskarten angeboten werden als bei anderen Veranstaltungen der STÜBAphilharmonie.
Besucher sollten sich nach Angaben des Orchesters frühzeitig um Karten kümmern.
Das Konzert dauert rund 60 Minuten und wird ohne Pause gespielt. Der Einlass beginnt um 15 Uhr, eine Stunde vor Konzertbeginn.
Erstmals kein Konzert nur gegen freiwillige Spende
Die Sommerkonzerte der STÜBAphilharmonie konnten bislang häufig gegen eine freiwillige Spende besucht werden.
Bei der aktuellen Produktion ist das erstmals nicht möglich. Der organisatorische und finanzielle Aufwand der Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Weimar, dem Konzertchor und der großen Bühnenbesetzung macht den Verkauf regulärer Eintrittskarten notwendig.
Kosten entstehen unter anderem für Probenräume, Notenmaterial, Transport, Veranstaltungstechnik, Saalmiete und die räumliche Erweiterung der Bühne.
Die Entscheidung zeigt zugleich, welche finanziellen Anforderungen größere Kulturprojekte auch für ehrenamtlich getragene Ensembles mit sich bringen.
Karten an mehreren Verkaufsstellen erhältlich
Eintrittskarten können über die Internetseite der STÜBAphilharmonie, den Ticketshop Thüringen und die Touristinformation Ilmenau erworben werden.
Die Veranstalter haben in ihrer Mitteilung keinen einheitlichen Eintrittspreis genannt. Maßgeblich sind deshalb die jeweils im Verkaufssystem angezeigten Kategorien und Preise.
Wegen der verringerten Zahl an Zuschauerplätzen kann das Konzert bereits vor dem Veranstaltungstag ausverkauft sein.
Ein Orchester mit rund 200 Mitgliedern
Die STÜBAphilharmonie besteht seit mehr als 25 Jahren. Der zugehörige Verein zählt etwa 200 Musiker im Alter zwischen 18 und 45 Jahren.
Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Teilen Deutschlands und treffen sich für einzelne Projekte. Viele von ihnen arbeiten oder studieren außerhalb Thüringens und nehmen für Proben und Konzerte längere Anreisen in Kauf.
Der überwiegende Teil sind engagierte Laienmusiker. Gleichzeitig spielen auch professionelle Musiker im Ensemble mit.
Diese Mischung ermöglicht anspruchsvolle sinfonische Programme, unterscheidet das Orchester aber von einem dauerhaft beschäftigten Berufsensemble.
Von klassischer Sinfonik bis zu Crossover-Projekten
Die STÜBAphilharmonie beschränkt sich nicht auf klassische Orchesterwerke.
Zum Programm gehören Sinfoniekonzerte, Kammermusik, musikalisches Puppenspiel und genreübergreifende Projekte mit Sängern und Bands der Popularmusik.
In der Vergangenheit arbeitete das Orchester unter anderem mit Alin Coen und Clueso zusammen. Solche Projekte sollen unterschiedliche Publikumsgruppen erreichen und die Möglichkeiten eines Sinfonieorchesters über den klassischen Konzertbetrieb hinaus zeigen.
Mit Holsts „Planeten“ steht diesmal jedoch ein groß besetztes Werk der klassischen Moderne im Mittelpunkt.
Bedeutung für die Thüringer Kulturlandschaft
Die Kooperation verbindet drei wichtige Kulturstandorte Thüringens: Weimar, Gera und Ilmenau.
Die Staatskapelle Weimar bringt die Erfahrung eines professionellen Traditionsorchesters ein. Der Konzertchor Rutheneum steht für die langjährige musikalische Ausbildung und Chorarbeit in Gera. Die STÜBAphilharmonie verbindet ehrenamtliches Engagement mit ihrer Herkunft aus dem Raum Ilmenau.
Damit zeigt das Projekt, wie Institutionen und freie Kulturvereine über Stadtgrenzen hinweg zusammenarbeiten können.
Für Ilmenau ist das Konzert zugleich eine Gelegenheit, ein Orchesterprojekt zu erleben, das wegen seines personellen und finanziellen Aufwands nur selten außerhalb größerer Städte angeboten werden kann.
Ehrenamt ermöglicht anspruchsvolle Kulturprojekte
Die Arbeit der STÜBAphilharmonie beruht in weiten Teilen auf freiwilligem Engagement.
Die Musiker investieren Zeit in individuelle Vorbereitung, Probenwochenenden und Konzerte. Hinzu kommen organisatorische Aufgaben wie Planung, Öffentlichkeitsarbeit, Transport und Kartenverkauf.
Ohne diese ehrenamtliche Arbeit wäre ein Projekt dieser Größenordnung außerhalb eines professionellen Konzertbetriebs kaum umsetzbar.
Die Kooperation mit der Staatskapelle zeigt zugleich, dass Laien- und Profimusiker keine getrennten Kulturbereiche bilden müssen. Gemeinsame Projekte können Wissen vermitteln, musikalische Qualität steigern und neue Publikumsschichten erreichen.
Veranstaltungsdetails
Veranstaltung: Sommerkonzert der Staatskapelle Weimar und der STÜBAphilharmonie
Datum: Sonntag, 30. August 2026
Ort: Festhalle Ilmenau
Einlass: 15 Uhr
Konzertbeginn: 16 Uhr
Dauer: etwa 60 Minuten ohne Pause
Dirigent: Javier Huerta Gimeno
Mitwirkende: Staatskapelle Weimar, STÜBAphilharmonie und Konzertchor Rutheneum Gera
Programm: Arvo Pärt – „Fratres“; Gustav Holst – „Die Planeten“, op. 32
Kooperation: Kunstfest Weimar
Tickets: STÜBAphilharmonie, Touristinformation Ilmenau und Ticketshop Thüringen
Das Sommerkonzert am 30. August bringt erstmals die Staatskapelle Weimar, die STÜBAphilharmonie und den Konzertchor Rutheneum gemeinsam auf die Bühne der Festhalle Ilmenau.
Rund 120 Musiker führen Gustav Holsts „Die Planeten“ und Arvo Pärts „Fratres“ auf. Die Produktion verbindet professionelle Orchesterarbeit, ehrenamtliches Engagement und die zwanzigjährige Patenschaft zwischen beiden Orchestern.
Der große technische und organisatorische Aufwand führt dazu, dass erstmals reguläre Eintrittskarten verkauft werden. Zugleich stehen wegen der erweiterten Bühne weniger Plätze als gewohnt zur Verfügung.
Quelle
– STÜBAphilharmonie: Presseinformation zum Sommerkonzert mit der Staatskapelle Weimar und dem Konzertchor Rutheneum am 30. August 2026 in der Festhalle Ilmenau