Die Zahl der betreuten Kinder in Thüringen ist auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006 gefallen. Am 1. März 2026 besuchten 76.407 Kinder eine Kindertageseinrichtung oder wurden öffentlich gefördert in der Tagespflege betreut.

Thüringen betreut 5.732 Kinder weniger

Innerhalb eines Jahres sank die Zahl um 5.732 Kinder. Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent.

Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik gab es zum Stichtag 1.315 Kindertageseinrichtungen. Hinzu kamen 140 Tagesmütter und Tagesväter.

Bereits im Vorjahr war die Zahl der betreuten Kinder deutlich zurückgegangen. Die aktuelle Entwicklung bestätigt damit einen längerfristigen demografischen Trend.

Kommunen müssen ihre Kita-Strukturen anpassen

Sinkende Kinderzahlen können kleinere Gruppen ermöglichen und die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte erleichtern. Gleichzeitig geraten Einrichtungen mit dauerhaft niedriger Auslastung wirtschaftlich unter Druck.

Besonders in ländlichen Regionen können Schließungen oder Zusammenlegungen zu längeren Wegen für Familien führen. Gemeinden verlieren dadurch außerdem einen wichtigen Standortfaktor.

Kommunen und Träger müssen deshalb entscheiden, welche Einrichtungen langfristig benötigt werden. Dabei sind die Erreichbarkeit, der gesetzliche Betreuungsanspruch und die vorhandenen Personalkapazitäten zu berücksichtigen.

Rückgang betrifft weitere Bereiche

Die Entwicklung endet nicht bei den Kindertagesstätten. Weniger Kinder führen später zu sinkenden Schülerzahlen und verändern den Bedarf an Schulen, Ausbildungsplätzen und öffentlicher Infrastruktur.

Der neue Tiefstand zeigt, wie schnell sich der demografische Wandel inzwischen auf den Alltag der Thüringer Kommunen auswirkt.

Quellen

• Thüringer Landesamt für Statistik