Die Wirtschaft im Süden Sachsen-Anhalts kommt nur langsam aus der Schwächephase. Die aktuelle Geschäftslage vieler Unternehmen hat sich im zweiten Quartal etwas verbessert. Wie die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau mitteilt, haben sich die Erwartungen für die kommenden Monate jedoch wieder deutlich eingetrübt.
IHK sieht keine nachhaltige Erholung
Die zwischenzeitlich gesunkenen Energiepreise und eine zeitweise Entspannung der geopolitischen Lage sorgten zunächst für etwas bessere Bewertungen.
Von einer stabilen wirtschaftlichen Trendwende könne nach Einschätzung der Kammer jedoch keine Rede sein.
Schwache Nachfrage belastet Unternehmen
Vor allem Industrie, Bau und Handel spüren im Süden Sachsen-Anhalts weiterhin eine schwache Nachfrage.
Hinzu kommen steigende Energie- und Rohstoffpreise, hohe Arbeitskosten und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.
Investitionen bleiben zurückhaltend
Problematisch ist die geringe Bereitschaft der Unternehmen zu neuen Investitionen. Landesweit wollen nach der gemeinsamen Konjunkturauswertung der Kammern nur 13 Prozent ihre Investitionen ausweiten.
Für den Wirtschaftsraum Halle bedeutet das, dass größere private Investitionsimpulse weiterhin fehlen können.
IHK fordert Entlastung
Die Kammern verlangen bessere Standortbedingungen und insbesondere niedrigere Belastungen bei Energie und Arbeit.
Für Halle ist die Entwicklung auch deshalb relevant, weil die Stadt neben großen Industrieansiedlungen im Star Park auf einen breiten Mittelstand und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen angewiesen ist.
Quelle:
Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau; Konjunkturumfrage zweites Quartal 2026.