Anspruchsberechtigte Schülerinnen und Schüler im Landkreis Harz können ihr Deutschlandticket seit dem 1. August 2026 zusätzlich digital auf dem Smartphone nutzen. Dafür wurde das Ticket in die App „harzbewegt“ integriert. Die bisherige Chipkarte bleibt weiterhin gültig und wird nicht abgeschafft.

Aktivierung erfolgt über schulische E-Mail-Adresse

Für die Freischaltung erhalten die Schüler über ihre E-Mail-Adresse im System „harz.schule“ einen persönlichen Aktivierungscode.

Nach dem Herunterladen der App kann dieser Code eingegeben werden. Anschließend erscheint die Fahrtberechtigung auf dem Smartphone.

Familien sollten die Aktivierung nicht erst unmittelbar vor der ersten notwendigen Busfahrt durchführen. Bei technischen Problemen bleibt dann noch Zeit, Kontakt mit Schule, Landkreis oder Verkehrsunternehmen aufzunehmen.

Chipkarte bleibt wichtige Alternative

Die digitale Variante ist eine Ergänzung und kein vollständiger Ersatz.

Das ist sinnvoll, weil nicht jeder Schüler ein geeignetes Smartphone besitzt. Auch ein leerer Akku, ein beschädigtes Display oder technische Probleme mit der App könnten sonst dazu führen, dass die Fahrtberechtigung nicht vorgezeigt werden kann.

Die Chipkarte verhindert, dass die Schülerbeförderung von einem privaten Mobiltelefon abhängig wird.

Neues Angebot betrifft auch den Schulweg in Halberstadt

Viele Schüler im Stadtgebiet und in den Ortsteilen sind täglich auf Busse angewiesen.

Das gilt besonders für Jugendliche, die weiterführende Schulen, Berufsschulen oder Bildungseinrichtungen außerhalb ihres Wohnortes besuchen. Eine zuverlässige Schülerbeförderung ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Bildungsinfrastruktur.

Ein digitales Ticket kann Kontrollen und die tägliche Nutzung erleichtern. Es verbessert jedoch nicht automatisch Fahrpläne oder Anschlüsse.

Ticket allein löst ländliche Verkehrsprobleme nicht

Für Familien bleibt entscheidend, ob Busse rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn ankommen und nach Schulschluss wieder fahren.

Nachmittagsunterricht, Arbeitsgemeinschaften und kurzfristige Stundenplanänderungen lassen sich mit dünnen Fahrplänen häufig nur schwer vereinbaren. Gerade aus kleineren Ortsteilen entstehen dadurch lange Wartezeiten.

Der Landkreis muss deshalb neben der Digitalisierung auch die tatsächliche Erreichbarkeit der Schulen im Blick behalten.

Deutschlandticket erweitert den Bewegungsradius

Das Deutschlandticket gilt nicht ausschließlich für den direkten Schulweg.

Jugendliche können damit auch andere Nahverkehrsverbindungen nutzen. Das erleichtert Wege zu Ausbildungsbetrieben, Sportvereinen, Bibliotheken und kulturellen Angeboten.

Für Familien kann das eine finanzielle und organisatorische Entlastung sein.

Datenschutz muss verständlich erklärt werden

Bei der digitalen Ticketnutzung werden persönliche Daten verarbeitet.

Landkreis und Anbieter müssen transparent darstellen, welche Informationen in der App gespeichert und bei einer Kontrolle angezeigt werden. Jugendliche sollten ihre Zugangsdaten nicht weitergeben und ihr Smartphone gegen unbefugten Zugriff sichern.

Erste Wochen werden zum Praxistest

Ob die neue Funktion zuverlässig arbeitet, zeigt sich mit Beginn des regulären Schulbetriebs.

Wichtig sind eine stabile App, schnelle Kontrollen und erreichbare Ansprechpartner. Der Landkreis sollte nach den ersten Wochen auswerten, wie viele Schüler die digitale Variante nutzen und welche Schwierigkeiten auftreten.

Quellen

Landkreis Harz, „Ab 1. August 2026: Deutschlandticket für die Schülerbeförderung jetzt auch digital“, veröffentlicht am 1. August 2026

Landkreis Harz, „Wichtige Informationen für die Sommerferien zur Schülerbeförderung“, veröffentlicht am 14. Juli 2026