Vom 28. bis 30. August beschäftigt sich eine Tagung im Güstrower Haus der Kirche mit natürlichem Klimaschutz. Vorträge und eine Exkursion zeigen Projekte, die Wälder, Böden und Moore schützen oder wiederherstellen, weil intakte Ökosysteme Kohlenstoff langfristig speichern können.

Die Evangelische Akademie der Nordkirche richtet das Wochenende unter dem Titel „Natürlicher Klimaschutz – Naturbasierte Lösungen für eine lebenswerte Zukunft“ aus. Beginn ist am Freitag um 18.30 Uhr, das Ende am Sonntag um 13 Uhr. Studienleiterin ist Dr. Tanja Flehinghaus-Roux.

Moore und Böden speichern Kohlenstoff

Natürlicher Klimaschutz setzt darauf, geschädigte Ökosysteme wieder funktionsfähig zu machen und bestehende Speicher zu bewahren. Entwässerte Moore können große Mengen Treibhausgase freisetzen; Wiedervernässung kann diese Emissionen senken. Wälder und gesunde Böden binden ebenfalls Kohlenstoff, erfüllen zugleich aber Aufgaben für Wasserhaushalt, Artenvielfalt und Landschaft.

Solche Maßnahmen sind keine einfache Ersatzlösung für die Verringerung fossiler Emissionen. Sie ergänzen technischen und wirtschaftlichen Klimaschutz, benötigen Fläche, langfristige Pflege und die Zusammenarbeit verschiedener Eigentümer und Nutzer. Projekte müssen deshalb ökologische Wirkung, regionale Nutzung und soziale Folgen gemeinsam berücksichtigen.

Exkursion führt zu praktischen Projekten

Die Tagung verbindet Gespräche mit Anschauung vor Ort. Eine Exkursion kann zeigen, welche Eingriffe notwendig sind und wo Zielkonflikte entstehen. Der Teilnahmebeitrag beträgt 130 Euro im Doppelzimmer oder 150 Euro im Einzelzimmer; für die Exkursion werden 50 Euro genannt. Eine Onlineanmeldung ist vorgesehen.

Veranstaltungsort ist das Haus der Kirche im Grünen Winkel 10. Interessierte sollten Leistungen, Anreise, freie Plätze und Ausrüstung für die Exkursion vor der Buchung prüfen. Wetterfeste Kleidung kann für den Außentermin erforderlich sein.

Die behandelten Lösungen wirken meist erst über längere Zeiträume. Wiedervernässte Moore, neu begründete Wälder oder bodenschonende Bewirtschaftung brauchen Monitoring, damit Erfolge und Nebenwirkungen erkennbar werden. Die Tagung kann Erfahrungen zusammenführen, ersetzt aber keine standortbezogene Planung und keine Beteiligung der Menschen, deren Flächen oder wirtschaftliche Nutzung betroffen sind.

Diskussionen über natürlichen Klimaschutz berühren auch Finanzierung und Dauerhaftigkeit. Ein Projekt hilft wenig, wenn Flächen nach kurzer Förderung wieder in den vorherigen Zustand zurückkehren. Verträge, Pflegekonzepte und wissenschaftliche Begleitung können Wirkung absichern. Gleichzeitig müssen regionale Kenntnisse einfließen, denn Wasserstände, Arten und Nutzungen unterscheiden sich von Ort zu Ort. Die Exkursion bietet Gelegenheit, solche Fragen an konkreten Beispielen zu prüfen und zwischen überzeugenden Ergebnissen, offenen Problemen und übertragbaren Ansätzen zu unterscheiden.

Quellen

Evangelische Akademie der Nordkirche: „Natürlicher Klimaschutz – Naturbasierte Lösungen für eine lebenswerte Zukunft“