Guben möchte seinen industriellen Strukturwandel stärker mit Forschung verbinden. Die Stadt arbeitet deshalb an der Ansiedlung einer Fraunhofer-Einrichtung, die sich mit der Entwicklung von schwarzem Kohlenstoff beschäftigen soll.

Bürgermeister Fred Mahro hatte das Vorhaben Anfang 2026 ausdrücklich als eines der strategischen Zukunftsprojekte genannt.

Forschung könnte Industrie ergänzen

Guben besitzt traditionell eine starke Kunststoff- und Chemieindustrie.

Im Industriegebiet Süd arbeiten derzeit rund 35 Unternehmen mit insgesamt mehr als 1.400 Beschäftigten.

Zu den Schwerpunkten gehören Chemie, Kunststoffe und industrielle Verarbeitung.

Eine Forschungseinrichtung könnte diese vorhandene Struktur ergänzen.

Neue Materialien und industrielle Verfahren könnten damit näher an Unternehmen entwickelt und erprobt werden.

Strukturwandel braucht hochwertige Arbeitsplätze

Für die Lausitz geht es beim Strukturwandel nicht allein darum, verlorene Arbeitsplätze aus der Kohlewirtschaft zahlenmäßig zu ersetzen.

Entscheidend ist auch, hochwertige Forschungs- und Entwicklungsarbeitsplätze zu schaffen.

Solche Einrichtungen ziehen häufig zusätzlich Ingenieure, Wissenschaftler und spezialisierte Unternehmen an.

Ansiedlung noch kein abgeschlossener Prozess

Die geplante Fraunhofer-Einrichtung befindet sich allerdings noch nicht in einem Zustand, in dem ein fertiger Forschungsstandort eröffnet werden könnte.

Die Stadt spricht von einer geplanten Ansiedlung.

Damit müssen Finanzierung, Standort, wissenschaftliches Konzept und institutionelle Entscheidungen noch zusammengeführt werden.

Für Guben wäre ein erfolgreicher Abschluss dennoch ein starkes Signal: Die Stadt würde sich vom klassischen Produktionsstandort stärker zu einem Ort für industrielle Forschung entwickeln.

Quellen

Stadt Guben – Investitions- und Entwicklungsziele 2026.

Stadt Guben – Industriegebiet Guben Süd.