Der Eigenbetrieb Abwasser Gröditz hat seine Klärschlammentsorgung grundlegend umgestellt. Rund 1,1 Millionen Euro wurden in eine stationäre Entwässerungsanlage investiert. Die neue Technik soll dauerhaft Kosten und Transporte reduzieren, weil der Klärschlamm nun direkt auf der eigenen Anlage entwässert wird.

Gröditz übernimmt Entwässerung jetzt selbst

Wie die Stadt Gröditz mitteilt, wurde der anfallende Klärschlamm bislang von einem externen Dienstleister entwässert. Anschließend musste ein weiteres Unternehmen das Material zur Entsorgung abtransportieren.

Mit der neuen Zentrifuge übernimmt der Eigenbetrieb den ersten Arbeitsschritt selbst. Dadurch entfällt der bisher notwendige externe Dienstleister.

Anlage kostete rund 1,1 Millionen Euro

Die Investitionssumme beträgt nach Angaben von Eigenbetriebsleiter Heiko Brabetz rund 1,1 Millionen Euro. Etwa die Hälfte der Kosten wird gefördert.

Vor der Entscheidung wurde eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt. Trotz Abschreibungen, zusätzlichem Polymerverbrauch und weiteren Betriebskosten liegen die Gesamtkosten nach Angaben des Eigenbetriebs deutlich unter dem früheren Niveau.

Zentrifuge holt Wasser aus dem Klärschlamm

Der zunächst sehr wasserhaltige Dünnschlamm wird in der Anlage mit einem Hilfsstoff vermischt und anschließend in einer Zentrifuge mit hoher Geschwindigkeit geschleudert. Dabei wird ein großer Teil des Wassers abgetrennt und wieder der Kläranlage zugeführt.

Zurück bleibt ein wesentlich trockeneres Material. Dadurch sinkt die Masse, die anschließend abtransportiert und entsorgt werden muss.

Weniger Lastwagen und weniger CO₂

Die geringere Transportmenge spart nach Angaben des Eigenbetriebs zahlreiche Lastwagenfahrten. Damit sinken neben den Entsorgungskosten auch die mit dem Transport verbundenen Emissionen.

Die Anlage arbeitet weitgehend automatisiert. Start und Abschaltung, Spülung, Lagerschmierung und Containerbefüllung erfolgen automatisch, wodurch vergleichsweise wenig Personal benötigt wird.

Für die kommenden Jahre kündigt der Eigenbetrieb weitere Investitionen in die Kläranlagentechnik an. Unter anderem müssen künftig strengere Vorgaben für die Phosphorwerte im gereinigten Abwasser erfüllt werden.

Quelle: Stadt Gröditz, Eigenbetrieb Abwasser Gröditz