Forst trägt seine industrielle Vergangenheit nicht nur im Stadtbild. Das Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz soll zunehmend zu einem zentralen Ort werden, an dem die Geschichte der ehemaligen Tuchmacherstadt erklärt und touristisch genutzt wird. Am heutigen Tag der Industriekultur öffnete die Einrichtung für ein eigenes Sonderprogramm.

Der Standort wurde am Samstagabend auch in der aktuellen Brandenburg-Berichterstattung als Beispiel für die Industriekultur des Landes vorgestellt.

Forst war einst das „deutsche Manchester“

Die industrielle Dimension der Vergangenheit ist aus heutiger Sicht bemerkenswert.

Im 19. und 20. Jahrhundert existierten in Forst zeitweise mehr als 200 Fabriken. Die Stadt gehörte damit zu den bedeutenden Zentren der deutschen Tuchindustrie und wurde wegen ihrer Produktionsdichte auch als „deutsches Manchester“ bezeichnet.

Textilindustrie bestimmte Arbeitsplätze, Stadtentwicklung und das wirtschaftliche Selbstverständnis der Stadt.

Museum soll mehr sein als Rückblick

Für Forst ist Industriekultur heute auch ein wirtschaftliches Thema.

Historische Fabrikanlagen, Villen und technische Anlagen besitzen touristisches Potenzial. Bereits in städtischen Entwicklungskonzepten wurde deshalb festgehalten, dass industrielle Baukultur stärker für Tourismus und regionale Vermarktung genutzt werden soll.

Das Museum ist dabei ein zentraler Ankerpunkt.

Tag der Industriekultur öffnet Türen

Am 8. August beteiligte sich die Einrichtung mit Führungen und weiteren Angeboten am landesweiten Tag der Industriekultur.

Besucher konnten damit nicht nur historische Objekte betrachten, sondern Einblicke in Produktionsweisen und Arbeitswelten einer Branche bekommen, die Forst über Generationen geprägt hat.

Strukturwandel braucht auch Erinnerung

Die Lausitz steht heute erneut vor einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Umbau.

Diesmal geht es vor allem um den Abschied von der Braunkohle und den Aufbau neuer Industrien.

Forsts Textilgeschichte erinnert daran, dass Strukturwandel für die Region kein völlig neues Phänomen ist.

Die einst mächtige Tuchindustrie verschwand weitgehend – ihre Gebäude, Maschinen und Geschichten blieben.

Das Museum macht daraus einen Standortvorteil: Industriegeschichte wird nicht nur konserviert, sondern als Teil einer neuen touristischen Identität genutzt.

Quellen

Stadt Forst (Lausitz) – Besucherinformationen und Programm des Museums für Textil- und Industriegeschichte Lausitz am 8. August 2026.