Finsterwalde geht bei der Beteiligung junger Menschen einen neuen Weg. Seit Januar 2026 arbeitet dort nach Angaben der Stadt Brandenburgs erster Jugendklimarat. Aktuell gehören dem Gremium sechs Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 25 Jahren an.

Die Mitglieder treffen sich alle zwei bis drei Wochen im Freizeitzentrum. Dort entwickeln sie eigene Ideen, planen Veranstaltungen und beraten darüber, wie sie ihre Vorschläge in die kommunalpolitische Arbeit einbringen können.

Jugendliche entwickeln erste Projekte

Zu den ersten Vorhaben gehörten ein Filmabend zum Thema Klimawandel und eine gemeinsame Aufräumaktion. Darüber hinaus will der Jugendklimarat Kontakte zu anderen Jugendgremien in Deutschland aufbauen.

Das Ziel besteht darin, nicht nur über Klimaschutz zu sprechen, sondern konkrete Projekte in Finsterwalde umzusetzen. Die Jugendlichen sollen dabei selbst entscheiden, welche Themen für ihre Generation und ihre Stadt wichtig sind.

Unabhängig von Parteien

Der Jugendklimarat versteht sich nach Angaben eines Mitglieds als parteiunabhängiges Gremium. Er soll die Interessen junger Menschen vertreten und ihnen eine dauerhafte Beteiligungsmöglichkeit geben.

Damit unterscheidet sich das Modell von einmaligen Workshops oder Befragungen. Die Mitglieder sollen sich regelmäßig treffen und langfristig mit Verwaltung und Kommunalpolitik austauschen.

„Beim Jugendklimarat können wir etwas erreichen. Wir haben die Chance, etwas zu verändern und bei Entscheidungen mitzuwirken“, erklärte ein Mitglied des Gremiums.

Bürgermeister erwartet neue Perspektiven

Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe sieht in dem Jugendklimarat eine Chance für die Stadt.

„Der Klimawandel betrifft in besonderem Maße die junge Generation. Also wollen wir den Jugendlichen in Finsterwalde auch die Möglichkeit geben, beim Klimaschutz mitzuentscheiden.“

Nach Ansicht des Bürgermeisters kann Finsterwalde von den Ideen und dem Engagement der jungen Teilnehmer profitieren.

Anregungen für die kommunale Arbeit

Initiator des Jugendklimarats ist der Klimaschutzmanager der Stadt, Torsten Wendrich. Das Gremium soll Jugendlichen eine verbindliche Möglichkeit geben, Anregungen in die kommunale Arbeit einzubringen.

Die Stadt arbeitet seit 2025 an einem integrierten Klimaschutzkonzept. Dieses soll als strategische Grundlage dienen und verschiedene kommunale Handlungsfelder untersuchen. Die Projektlaufzeit reicht bis Ende 2026.

Damit könnte der Jugendklimarat auch bei der Frage eine Rolle spielen, welche Maßnahmen Finsterwalde künftig verfolgt.

Beteiligung muss zu sichtbaren Ergebnissen führen

Entscheidend wird sein, ob Vorschläge des Jugendklimarats später tatsächlich in politische Entscheidungen oder städtische Projekte einfließen.

Bislang hat das Gremium keine eigene Entscheidungsbefugnis. Es kann jedoch Themen ansprechen, Projekte entwickeln und den Austausch mit Stadtverordneten sowie der Verwaltung suchen.

Damit aus dem neuen Beteiligungsmodell mehr als ein symbolisches Angebot wird, müssen die Ideen der Jugendlichen regelmäßig beraten und Ergebnisse öffentlich sichtbar gemacht werden.

Weitere Mitglieder können mitmachen

Der Jugendklimarat ist für weitere interessierte junge Menschen offen. Die Treffen finden im Freizeitzentrum Finsterwalde statt.

Unterstützt wird das Projekt von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Das bundesweite Programm begleitet Kommunen bei der Gründung und Verstetigung von Jugendklimaräten.

Quellen

  • Stadt Finsterwalde: „Erster Jugendklimarat in Brandenburg gegründet – Finsterwalde als Vorreiter“, 31. März 2026.
  • Stadt Finsterwalde: Informationen zum kommunalen Klimaschutzkonzept und zum Jugendklimarat.