Studienförderung auf Tiefstand
Nur noch 19.119 Menschen erhielten 2025 in Thüringen BAföG, nachdem die Zahl binnen eines Jahres um 18,5 Prozent eingebrochen war.
2025 erhielten in Thüringen nur noch 19.119 Menschen BAföG. Die Zahl sank um 18,5 Prozent binnen eines Jahres, womit sie einen neuen Tiefststand erreichte.
Thüringen verliert mehr als 4.300 BAföG-Empfänger
Wie das Thüringer Landesamt für Statistik am Freitag mitteilte, bezogen im vergangenen Jahr 4.342 Menschen weniger Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz als noch 2024. Der Rückgang belief sich damit auf 18,5 Prozent.
Von den insgesamt 19.119 Geförderten waren 14.334 Studierende. Weitere 4.785 Schülerinnen und Schüler erhielten Unterstützung.
Damit erreichte die Zahl der BAföG-Empfänger in Thüringen nach Angaben der Statistiker einen neuen Tiefststand.
BAföG-Rückgang in Thüringen besonders stark
Auch bundesweit ging die Zahl der Geförderten zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielten 2025 etwa 570.000 Menschen monatliche BAföG-Leistungen. Das waren rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr und bundesweit der niedrigste Stand seit dem Jahr 2000.
Der Rückgang in Thüringen fällt damit erheblich stärker aus als im bundesweiten Durchschnitt. Während Deutschland ein Minus von rund sieben Prozent verzeichnete, sank die Zahl im Freistaat um 18,5 Prozent.
Nur noch 14.334 Studierende erhalten BAföG
Besonders relevant ist die Entwicklung für die Hochschulen im Freistaat. Rund drei Viertel der Thüringer BAföG-Geförderten waren 2025 Studierende. Die übrigen Empfänger kamen aus dem schulischen Bereich.
BAföG soll Menschen eine Ausbildung oder ein Studium ermöglichen, wenn die finanziellen Mittel der Familie dafür nicht ausreichen. Der deutliche Rückgang der Empfängerzahlen wirft deshalb auch die Frage auf, wie viele potenziell Anspruchsberechtigte die Förderung tatsächlich noch erreichen.
Aus der Statistik allein lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Ursachen hinter dem starken Minus in Thüringen stehen. Sie zeigt zunächst die Zahl der tatsächlich geförderten Personen.
Thüringen liegt deutlich über Bundestrend
Der Vergleich mit Deutschland macht die Größenordnung besonders sichtbar. Thüringens Rückgang von 18,5 Prozent ist mehr als doppelt so hoch wie das bundesweite Minus von sieben Prozent.
Damit setzt sich die Entwicklung der Ausbildungsförderung im Freistaat deutlich vom bundesweiten Trend ab. Für Thüringens Bildungs- und Hochschulpolitik dürfte vor allem entscheidend sein, ob sich dieser Rückgang 2026 fortsetzt oder die Zahl der Geförderten wieder stabilisiert.
Fest steht bereits: Mit nur noch 19.119 Empfängern ist die staatliche Ausbildungsförderung in Thüringen auf einem neuen Tiefpunkt angekommen.
Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik; Statistisches Bundesamt