In Thüringen lebten 2025 rund 443.000 Kinder gemeinsam mit ihren Eltern in einem Haushalt. Mehr als ein Viertel von ihnen – 27,9 Prozent – war bereits mindestens 18 Jahre alt, wie das Thüringer Landesamt für Statistik anlässlich des Internationalen Tages der Jugend am 12. August mitteilt.
Die Zahlen stammen aus den vorläufigen Ergebnissen des Mikrozensus 2025. Sie zeigen, dass das Zusammenleben erwachsener Kinder mit ihren Eltern im Freistaat keine Randerscheinung ist.
Rund 124.000 volljährige Kinder leben im Elternhaus
Aus den veröffentlichten Zahlen ergibt sich rechnerisch, dass rund 124.000 der 443.000 bei ihren Eltern lebenden Kinder mindestens 18 Jahre alt waren. Grundlage dafür ist der vom Landesamt genannte Anteil von 27,9 Prozent.
Dabei verwendet die Statistik den Begriff „Kinder“ unabhängig vom Alter. Entscheidend ist, dass die betreffende Person als Kind gemeinsam mit mindestens einem Elternteil in einem Haushalt lebt.
Die Zahlen erlauben deshalb keine Aussage darüber, warum Erwachsene weiterhin oder wieder mit ihren Eltern zusammenwohnen. Gründe wie Ausbildung, Studium, finanzielle Situation oder persönliche Entscheidungen werden in der veröffentlichten Auswertung nicht ausgewiesen.
Anteil hat sich seit 2015 kaum verändert
Bereits zehn Jahre zuvor war der Anteil erwachsener Kinder im Elternhaushalt ähnlich hoch. Im Jahr 2015 waren 27,6 Prozent der damals rund 420.000 bei ihren Eltern lebenden Kinder mindestens 18 Jahre alt.
Damit stieg der Anteil innerhalb eines Jahrzehnts lediglich um 0,3 Prozentpunkte. Die Gesamtzahl aller Kinder, die mit ihren Eltern in einem Haushalt lebten, nahm dagegen deutlicher zu.
Nach Angaben des Landesamtes erhöhte sich ihre Zahl zwischen 2015 und 2025 um rund 23.000 Personen. Das entspricht einem Zuwachs von 5,5 Prozent.
Mikrozensus liefert Daten zu Haushalten
Grundlage der aktuellen Angaben sind die vorläufigen Ergebnisse des Mikrozensus 2025. Diese amtliche Haushaltsbefragung wird unter anderem genutzt, um Informationen über Familien- und Lebensformen in Deutschland zu erfassen.
Die Statistik beschreibt dabei zunächst die Haushaltsstruktur. Sie liefert mit den veröffentlichten Zahlen keinen Beleg dafür, dass junge Erwachsene heute grundsätzlich später ausziehen oder häufiger aus finanziellen Gründen bei ihren Eltern wohnen.
Fest steht jedoch: Auch 2025 war ein erheblicher Teil der Menschen, die statistisch als Kinder im elterlichen Haushalt erfasst wurden, längst volljährig.
Quelle
Thüringer Landesamt für Statistik