Rebhuhn und Kiebitz werden in Sachsen immer seltener. Nach Angaben der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt ist der Rebhuhnbestand innerhalb von 30 Jahren auf etwa ein Prozent seines früheren Umfangs geschrumpft. Beim Kiebitz sind demnach noch rund sieben Prozent des ursprünglichen Bestands vorhanden.

Sachsens Rebhühner verlieren ihre Lebensräume

Das Rebhuhn war einst ein vertrauter Bewohner der sächsischen Agrarlandschaft. Der bodenlebende Vogel benötigt abwechslungsreiche Felder mit Hecken, Brachen, Feldrainen und unbewirtschafteten Randstreifen. Dort findet er Schutz vor Feinden und ausreichend Nahrung für seinen Nachwuchs.

Viele dieser Strukturen sind aus der Landschaft verschwunden. Große, einheitlich bewirtschaftete Ackerflächen bieten den Vögeln nur wenige Rückzugsmöglichkeiten. Gleichzeitig verringert der Rückgang zahlreicher Insekten das Nahrungsangebot für die Küken. Auch ungünstiges Wetter während der Brutzeit kann kleine Populationen zusätzlich schwächen.

Die Landesstiftung will gemeinsam mit weiteren Partnern ein Schutz- und Auswilderungsprogramm vorbereiten. Nach bisheriger Planung sollen ab 2027 Rebhühner in geeigneten sächsischen Gebieten ausgesetzt werden. An dem Vorhaben soll unter anderem der Zoo Leipzig mitwirken.

Eine Auswilderung allein reicht jedoch nicht aus. Die Vögel benötigen dauerhaft geeignete Flächen, auf denen sie Nahrung finden und ungestört brüten können. Naturschutzorganisationen, Landwirtschaftsbetriebe und Flächeneigentümer müssen deshalb eng zusammenarbeiten.

Kiebitz braucht feuchte Wiesen und ungestörte Brutplätze

Ähnlich schwierig ist die Lage beim Kiebitz. Die Art bevorzugt offene und feuchte Wiesen, Weiden sowie zeitweise überschwemmte Flächen. Gerade diese Lebensräume gehören nach Einschätzung der Landesstiftung zu den am stärksten bedrohten Landschaftstypen Mitteleuropas.

Werden Wiesen trockengelegt, zu früh gemäht oder intensiv bewirtschaftet, gehen Brutplätze verloren. Die gut getarnten Gelege liegen unmittelbar am Boden und können bei landwirtschaftlichen Arbeiten zerstört werden. Schutzmaßnahmen müssen daher häufig direkt mit den Betrieben abgestimmt werden.

Möglich sind gekennzeichnete Brutflächen, spätere Mahdtermine und vorübergehend unbewirtschaftete Schutzstreifen. Solche Maßnahmen verursachen jedoch Aufwand und können Ertragseinbußen mit sich bringen. Dauerhafter Artenschutz benötigt deshalb verlässliche Förderprogramme und langfristige Vereinbarungen.

Der Rückgang betrifft nicht nur Rebhuhn und Kiebitz. Der Große Brachvogel und die Uferschnepfe gelten in Sachsen bereits als verschwunden. Auch die Süßwasserfischart Schneider kommt nach Angaben der Landesstiftung nicht mehr im Freistaat vor.

Forscher untersuchen Bachforellen im Erzgebirge

Neben den Feldvögeln rückt die Bachforelle stärker in den Mittelpunkt. Forscher aus Sachsen und Tschechien untersuchen die Bestände an insgesamt 80 Stellen in Fließgewässern des Erzgebirges. Erfasst werden unter anderem Größe, Gewicht, Lebensbedingungen und möglicher Parasitenbefall.

Beteiligt sind das Biologische Zentrum der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, die Südböhmische Universität, die Technische Universität Dresden und die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt. Nach der Untersuchung werden die meisten gefangenen Fische wieder in die Gewässer zurückgesetzt.

Bachforellen benötigen kaltes, sauerstoffreiches und strukturreiches Wasser. Steigende Temperaturen, trockene Sommer, historische Schadstoffbelastungen und bauliche Veränderungen an den Flüssen können ihre Bestände beeinträchtigen. Die Untersuchung soll zeigen, welche Faktoren besonders schwer wiegen.

Die Landesstiftung förderte 2025 insgesamt 35 Naturschutzprojekte mit rund 365.000 Euro. Zudem besitzt sie 41 Naturschutzflächen mit zusammen etwa 1.450 Hektar. Die aktuellen Bestandszahlen zeigen jedoch, dass einzelne Projekte allein nicht genügen. Entscheidend ist, ob Sachsen zusammenhängende und dauerhaft nutzbare Lebensräume erhalten kann.

Quelle: Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt, Angaben vom 10. September 2026