Seit dem Teileinsturz der Carolabrücke hat sich der Blick auf Dresdens ältere Spannbetonbrücken grundlegend verändert. Besonders genau wird inzwischen die Brücke Budapester Straße untersucht. Bei ihr kam ebenfalls ein Spannstahl zum Einsatz, der als anfällig für Spannungsrisskorrosion gilt. Bislang zeigen die Messungen allerdings keine Auffälligkeiten.

Die Brücke führt über Bahnanlagen, Straßenbahngleise und die Ammonstraße. Sie gehört damit zu den bedeutenden Verkehrsverbindungen südlich der Dresdner Innenstadt.

Gleicher problematischer Spannstahl wie bei Carolabrücke

Die Budapester-Straßen-Brücke entstand in einem ähnlichen Zeitraum wie die Carolabrücke.

Bei beiden Bauwerken wurde Spannstahl aus dem Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf eingesetzt.

Dieser Stahl kann unter bestimmten Bedingungen durch Spannungsrisskorrosion geschädigt werden. Dabei können sich Risse innerhalb des Materials entwickeln, die von außen kaum sichtbar sind.

Gerade diese schwer erkennbare Entwicklung macht die Überwachung anspruchsvoll.

Sensoren hören in die Brücke hinein

Bereits im Herbst 2024 wurden akustische Sensoren installiert.

Sie sollen Veränderungen beziehungsweise auffällige Geräusche innerhalb der Konstruktion registrieren.

Bislang wurden nach Angaben der Stadt keine Auffälligkeiten festgestellt. Deshalb waren zunächst keine zusätzlichen Verkehrsbeschränkungen erforderlich.

Materialproben verbessern Berechnungen

Zusätzlich entnehmen Fachleute Proben aus Beton und Spanngliedern.

Die Ergebnisse fließen in statische Modelle ein. Dadurch sollen Ingenieure den tatsächlichen Zustand des Bauwerks genauer berechnen können.

Ziel ist es, mögliche Risiken möglichst früh zu erkennen, ohne bei jedem einzelnen Sensorsignal sofort die Brücke sperren zu müssen.

Carolabrücke hat Sicherheitsdenken verändert

Der Teileinsturz der Carolabrücke im September 2024 hat gezeigt, welche Folgen Schäden an einem wichtigen Verkehrsbauwerk haben können.

Seitdem untersucht Dresden vergleichbare Brücken besonders intensiv.

Die Stadt steht damit vor einer langfristigen Aufgabe. Viele große Verkehrswege und Brücken stammen aus Jahrzehnten, in denen ähnliche Bauverfahren und Materialien eingesetzt wurden.

Brücke bleibt für Verkehr wichtig

Eine längerfristige Sperrung der Budapester Straße hätte erhebliche Auswirkungen.

Die Verbindung liegt unmittelbar südlich des Hauptbahnhofs und führt über wichtige Bahn- und Straßenbahntrassen.

Die fortlaufende Überwachung dient deshalb nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Frage, wie lange der Verkehr ohne größere Einschränkungen weitergeführt werden kann.

Quellen

Landeshauptstadt Dresden: „Untersuchungen an der Brücke Budapester Straße“, veröffentlicht am 9. Januar 2026

Landeshauptstadt Dresden: Informationen zur Brückenüberwachung und zum eingesetzten Spannstahl