Mehr als 200 Seiten zur Zukunft der Stadt
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, kurz INSEK, soll die zentralen Ziele der Stadt bis zum Jahr 2040 bündeln. Der Entwurf wurde nach rund zweieinhalb Jahren Arbeit vorgelegt und umfasst mehr als 200 Seiten sowie mehrere Anlagen.
Das Konzept soll festlegen, welche Stadtteile, Themen und Projekte in den kommenden Jahren Vorrang erhalten. Gleichzeitig dient es als Grundlage für Investitionen und die Beantragung von Fördermitteln.
Der bisherige Zukunftsplan galt bis 2025 und war im Jahr 2013 beschlossen worden. Seitdem haben sich wirtschaftliche, gesellschaftliche und finanzielle Rahmenbedingungen verändert. Deshalb wird das Konzept nun grundlegend fortgeschrieben.
Wohnen, Wirtschaft und Verkehr im Mittelpunkt
Das INSEK beschäftigt sich unter anderem mit Wohnen, Arbeiten, Bildung, Mobilität, Energie, Digitalisierung und sozialem Zusammenhalt. Auch der demografische Wandel und die Frage, wie die Einwohnerzahl stabilisiert werden kann, spielen eine zentrale Rolle.
Weitere Themen sind die Entwicklung der Innenstadt, die Zukunft der Ortsteile, Gewerbeflächen, öffentliche Einrichtungen, Kultur, Sport und die langfristige Nutzung kommunaler Flächen.
Das Konzept untersucht außerdem, welche Impulse von der geplanten Bundesgartenschau 2035 ausgehen könnten. Dabei geht es nicht nur um Grünflächen, sondern auch um Stadtumbau, Tourismus, Infrastruktur und neue Investitionen.
Beteiligung bis zum 24. August
Der Entwurf liegt vom 16. Juni bis zum 24. August 2026 öffentlich aus. Bürger, Vereine, Unternehmen und weitere Akteure können die Unterlagen online einsehen und über das Beteiligungsportal des Landes Sachsen-Anhalt Stellungnahmen einreichen. Eine persönliche Einsichtnahme ist auch in den Rathäusern Dessau und Roßlau möglich.
Die Stadt stellt neben dem vollständigen Konzept auch eine Maßnahmenliste, Stadtteilsteckbriefe, Karten und verkürzte Informationen für verschiedene Bevölkerungsgruppen bereit.
Damit können Bürger gezielt prüfen, welche Aussagen für ihren Stadtteil, ihren Betrieb oder ihren Verein vorgesehen sind.
Fördermittel hängen von klaren Zielen ab
Ein abgestimmtes Stadtentwicklungskonzept ist für Kommunen besonders wichtig, weil viele Förderprogramme nachvollziehbare langfristige Ziele verlangen. Projekte in den Bereichen Schulen, Straßen, Wohnen, Kultur oder Klimaanpassung müssen häufig in eine übergeordnete Strategie eingebunden sein.
Das INSEK entscheidet nicht automatisch über einzelne Bauprojekte. Es legt jedoch fest, in welchen Bereichen die Stadt zuerst handeln und welche Vorhaben sie gegenüber Land, Bund und Fördermittelgebern begründen will.
Für Dessau-Roßlau ist deshalb entscheidend, dass das Konzept nicht nur allgemeine Ziele beschreibt, sondern konkrete Prioritäten und finanzierbare Maßnahmen enthält.
Wie es weitergeht
Nach dem Ende der öffentlichen Beteiligung sollen die eingegangenen Hinweise geprüft und der Entwurf überarbeitet werden. Anschließend muss das Konzept den politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.
Bis dahin können Bürger Einfluss darauf nehmen, welche Probleme und Entwicklungschancen aus ihrer Sicht stärker berücksichtigt werden sollten.
Das INSEK 2040 soll den langfristigen Kurs von Dessau-Roßlau bestimmen. Es betrifft Investitionen, Wohnquartiere, Wirtschaftsstandorte, Verkehr, Schulen, Kultur und die Entwicklung der Ortsteile.
Die öffentliche Beteiligung bietet Bürgern und regionalen Unternehmen die Möglichkeit, konkrete Hinweise einzubringen. Diese Chance besteht noch bis zum 24. August 2026.
Quelle
– Stadt Dessau-Roßlau: „Fortschreibung Integriertes Stadtentwicklungskonzept – INSEK 2040“, veröffentlicht und öffentlich ausgelegt seit dem 16. Juni 2026.