Eberhard Pöschke hat den Lausitzer Radsport über Jahrzehnte geprägt. Dass der heute 92-Jährige noch immer aktiv am Leben teilnimmt, verdankt er nach eigenen Worten auch einer Operation am offenen Herzen im Sana-Herzzentrum Cottbus. Im Januar 1996 gehörte er zu den ersten Patienten der damals noch jungen Spezialklinik.

Als aktiver Rennfahrer gewann Pöschke zweimal die Lausitz-Rundfahrt und nahm mehrfach an der DDR-Rundfahrt teil. Später machte er sich vor allem als Trainer, Organisator und Förderer junger Talente einen Namen. Die Weltmeister Bernd Drogan, Hans-Joachim Hartnick und Trixi Worack sind eng mit seiner Arbeit verbunden.

Atemnot und Schmerzen im linken Arm

Die gesundheitlichen Probleme begannen beim Radfahren. Pöschke bekam zeitweise keine Luft und musste während eines Weltcups in Cottbus wegen starker Beschwerden anhalten. Auch sein linker Arm schmerzte. Später vermutete er, damals einen Herzinfarkt erlitten zu haben.

Ein Sportmediziner überwies ihn zunächst ins damalige Carl-Thiem-Klinikum und anschließend ins Herzzentrum. Dort stellten die Ärzte eine Gefäßverengung an einer ungünstigen Stelle fest. Ein Stent kam nicht infrage. Die einzige Möglichkeit war eine Operation am offenen Herzen.

„Die Ärzte sagten mir eine längere Lebenserwartung voraus. Aber dass es so lange wird, habe ich selbst in den kühnsten Träumen nicht erwartet.“

Operation unter einfachen Bedingungen

Pöschke wurde im Januar 1996 operiert. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Herzzentrum noch nicht über ein eigenes Klinikgebäude. Die Eingriffe fanden in speziellen OP-Containern statt, während die Patienten anschließend in Räumen des damaligen Carl-Thiem-Klinikums betreut wurden.

Die erste Operation am offenen Herzen in Cottbus hatte am 7. Juni 1995 stattgefunden. Sie war zugleich der erste Eingriff dieser Art im Land Brandenburg. Pöschke gehörte damit zu den frühen Patienten einer neuen Ära der Herzmedizin in der Lausitz.

An die damalige Behandlung erinnert er sich bis heute mit großer Dankbarkeit.

„Mein Dank gilt auch dem Personal, Ärzten und Schwestern, die im Januar 1996 noch unter einfachsten Bedingungen Hervorragendes leisteten.“

Bewegung statt Schonung

Nach seiner Entlassung kehrte Pöschke schnell in seinen Alltag zurück. Training, Wettkämpfe, organisatorische Aufgaben und sein Garten bestimmten weiterhin sein Leben.

Gemeinsam mit seiner Frau Lieselotte, mit der er seit 1960 verheiratet ist, bewirtschaftet er sein Grundstück in Kiekebusch. Dort wachsen nach Angaben des Herzzentrums unter anderem 32 Apfelsorten, Gemüse, Blumen und sogar ein Kakibaum.

Auch seine Ernährung hält Pöschke für einen wichtigen Grund seines hohen Alters. Er verzichtet auf Alkohol und Kaffee, isst wenig Fett und setzt vor allem auf Obst, Gemüse, dunkles Brot und Fisch. Rund 80 Prozent der Lebensmittel stammen nach eigenen Angaben aus dem eigenen Garten.

Auch ein Schlaganfall bremste ihn nicht aus

Vor etwa fünf Jahren erlitt Pöschke einen Schlaganfall. Seitdem ist er halbseitig gelähmt. Dennoch lernte er im Alter von 88 Jahren, mit der linken Hand neu zu schreiben.

Auch seine große Kakteensammlung pflegt er weiterhin. Früher umfasste sie bis zu 10.000 Pflanzen, heute sind es noch rund 2.000 Exemplare.

Seine Lebenshaltung fasst das Ehepaar Pöschke mit einem einfachen Satz zusammen:

„Davon lassen wir uns nicht unterkriegen. Da geht es trotzdem weiter.“

Mehr als 100.000 Patienten behandelt

Das Sana-Herzzentrum Cottbus behandelt nach eigenen Angaben jährlich mehr als 4.500 Patienten stationär in der Kardiologie und Herzchirurgie. Seit der ersten offenen Herzoperation im Juni 1995 wurden dort mehr als 100.000 Menschen behandelt.

Für Eberhard Pöschke bleibt der Eingriff von 1996 ein entscheidender Wendepunkt. Die Operation schenkte ihm nicht nur neue Lebensqualität, sondern fast drei weitere Jahrzehnte mit seiner Familie, seinem Garten und seiner großen Leidenschaft für den Radsport.

Bildhinweis

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Bildunterschrift:
Eberhard Pöschke blickt dankbar auf seine Herzoperation vor fast 30 Jahren zurück. Heute genießt der 92-Jährige sein Leben mit seiner Frau Lieselotte, seinem Garten und seiner Leidenschaft für den Radsport.

Bildnachweis:
Sana-Herzzentrum Cottbus

Quelle

  • Sana-Herzzentrum Cottbus: „Ein starkes Herz für ein langes Leben“, veröffentlicht am 31. Juli 2026.