Der Eichenprozessionsspinner (EPS) beschäftigt die Behörden und Tourismusverantwortlichen im Spreewald auch in diesem Sommer kontinuierlich. Während in Teilen des Unterspreewaldes bereits einzelne Wasserstraßen und Uferbereiche wegen der gesundheitsgefährdenden Brennhaare der Raupen gesperrt werden mussten, gibt das Amt Burg (Spreewald) für sein Gebiet Entwarnung: Aktuell bestehen im gesamten Burger Fließnetz keine Einschränkungen oder Sperrungen für den Boots- und Kahnverkehr.
Für die heimischen Kahnfährleute, Paddelbootverleiher und Gastronomen ist diese Nachricht mitten in der Hauptsaison eine spürbare Erleichterung.
Lage im Oberspreewald unterscheidet sich vom Unterspreewald
In den dichter bewaldeten Eichenbeständen des Unterspreewaldes machten abgesperrte Fließe zuletzt Schlagzeilen, da herabhängende Raupennester und der Windabtrieb der feinen Haare eine unmittelbare Gefahr für Wassersportler darstellten. Die Raupenhaare enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei Hautkontakt oder Einatmen schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen kann.
Im Amt Burg stellt sich die Situation derzeit entspannter dar. Zwar tritt der Nachweis der Insekten im gesamten Amtsgebiet – insbesondere an alten Eichenbeständen entlang von Landstraßen, Radwegen und vereinzelten Uferabschnitten – weiterhin auf, eine kritische Dichte auf den Hauptwasserstraßen wurde jedoch nicht erreicht.
Schutzmaßnahmen und Bekämpfung vor Ort
Um die Gesundheit von Anwohnern und Urlaubern zu schützen, setzt das Amt Burg gemeinsam mit den Anliegergemeinden auf ein engmaschiges Monitoring und gezielte Maßnahmen:
Mechanische Absaugung: Befallene Bäume an stark frequentierten Orten – wie Spielplätzen, Schulwegen, Rastplätzen oder frequentierten Ausstiegspunkten – werden von Spezialfirmen mittels Unterdruck abgesaugt.
Warnhinweise und Beschilderung: An betroffenen Abschnitten machen Hinweistafeln Passanten und Radfahrer auf die Raupen aufmerksam.
Empfehlungen für Gäste: Urlauber werden aufgerufen, auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben, Raupennester keinesfalls zu berühren und nach Aufenthalten im Eichenumfeld die Kleidung zu wechseln.
Erleichterung für Gastgewerbe und Kahnfährleute
Für das Burger Tourismusgewerbe ist der freie Zugangsstatus der Wasserstraßen essenziell. Die traditionellen Kahnfahrten durch das Netz der Haupt- und Spreefließe laufen ohne Routenänderungen ab.
Gastgeber und Touristinformationen betonen, dass Aufklärungsarbeit der beste Schutz sei. Durch das rechtzeitige Absaugen von Nestern an Knotenpunkten könne der Spagat zwischen dem Schutz der Gäste und dem reibungslosen Ablauf des Urlauberverkehrs im Spreewald bislang erfolgreich gemeistert werden.
Quellen & Datenbasis
Amt Burg (Spreewald) / Ordnungsamt: Mitteilung zur aktuellen Lage des Eichenprozessionsspinner-Befalls und zum Status der Wasserstraßen im Amtsgebiet.
Touristinformation Burg (Spreewald): Hinweise für Gäste und Kahnfährbetriebe zum Verhalten bei Insektenbefall in Naturräumen.