Für hunderttausende Familien in Mitteldeutschland endet an diesem Wochenende der Ferienmodus. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beginnt am Montag, 17. August, das neue Schuljahr, während zusammen rund 72.400 Erstklässler erstmals ihren Schulalltag aufnehmen. Gleichzeitig sorgt die große Rückreisewelle auf wichtigen Autobahnen für zusätzlichen Verkehr.

Mehr als 72.000 Erstklässler starten in drei Ländern

Allein in Sachsen beginnt für rund 37.700 Erstklässler ein neuer Lebensabschnitt. Das Sächsische Staatsministerium für Kultus nennt Montag, den 17. August, als ersten Schultag; die Schuleinführungen finden traditionell bereits an diesem Samstag statt. Im vergangenen Jahr waren es noch 38.388 Erstklässler.

In Sachsen-Anhalt werden rund 17.800 Kinder eingeschult. Insgesamt starten dort am Montag etwa 259.000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in das Schuljahr 2026/27.

Thüringen erwartet weitere 16.897 Erstklässler. Insgesamt sollen im Freistaat nach Prognosedaten 255.863 Schülerinnen und Schüler staatliche und freie Schulen besuchen. Die Schuleinführungsfeiern werden dort von den Schulen eigenverantwortlich organisiert.

Zusammengerechnet beginnen damit in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 72.400 Kinder ihre Schullaufbahn.

Montag verändert wieder den Alltag in Städten und Gemeinden

Mit dem ersten Schultag am 17. August kehrt nicht nur der Unterricht zurück. Schulbusse fahren wieder nach regulärem Fahrplan, Bringverkehr nimmt zu und insbesondere am Morgen werden Straßen rund um Grundschulen wieder stärker belastet.

Für Autofahrer bedeutet das nach sechs Wochen Sommerferien eine erneute Umstellung. Gerade an Schulen, Fußgängerüberwegen und Bushaltestellen treffen viele Kinder auf den Berufsverkehr, darunter tausende Erstklässler mit noch wenig Erfahrung im Straßenverkehr.

In Sachsen und Thüringen dauerten die Sommerferien offiziell vom 4. Juli bis 14. August. Auch in Sachsen-Anhalt endete die unterrichtsfreie Sommerzeit am Freitag. Der gemeinsame Schulbeginn der drei Länder am Montag führt damit zu einem beinahe zeitgleichen Wechsel vom Ferien- in den Schulalltag.

Rückreisewelle trifft A2, A4, A9 und Berliner Ring

Parallel zum Schulstart läuft an diesem Wochenende eine der großen Rückreisewellen des Sommers. Der ADAC rechnet wegen des Ferienendes in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und weiteren Ländern mit deutlich mehr Heimreiseverkehr. Besonders hohe Belastungen werden am Samstagvormittag sowie am Sonntagnachmittag erwartet.

In Ostdeutschland nennt der Automobilclub mehrere wichtige Strecken als besonders staugefährdet. Dazu gehören die A2 über Magdeburg, die A4 zwischen Dresden und Görlitz, die A9 im Raum Halle und Leipzig, der Berliner Ring A10 sowie die A13 zwischen Berlin und Dresden. Auch auf der A20 und A24 in Mecklenburg-Vorpommern ist mit stärkerem Reiseverkehr zu rechnen.

Zusätzliche Baustellen erhöhen das Risiko von Verzögerungen. Deutschlandweit sind nach Angaben des ADAC derzeit rund 1.000 Autobahnbaustellen aktiv.

Schulstart zeigt auch die Herausforderungen der Bildungspolitik

Der Beginn des neuen Schuljahres fällt in allen drei Ländern mit Veränderungen im Bildungsbereich zusammen. Sachsen-Anhalt meldet für das laufende Kalenderjahr bislang 1.223 neu gewonnene Lehrkräfte bei 1.059 Abgängen. Dennoch bezeichnet das Bildungsministerium den Lehrkräftebedarf weiterhin als eine der größten Herausforderungen.

Thüringen startet nach Angaben des Bildungsministeriums mit 1.356 neuen Lehrkräften. Gleichzeitig werden neue Lehrpläne schrittweise eingeführt und die Förderung grundlegender Kompetenzen beim Lesen und Rechnen ausgebaut.

Damit bedeutet dieser Montag weit mehr als das Ende der Sommerferien. Für rund 72.400 Kinder beginnt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstmals der Schulalltag, für hunderttausende weitere Schüler startet ein neues Schuljahr – und für Familien, Pendler und Autofahrer kehrt nach sechs Ferienwochen der gewohnte Tagesrhythmus zurück.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus; Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt; Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur; ADAC