Der Salzlandkreis will künftig nicht erst reagieren, wenn Hitze, Trockenheit oder Starkregen Schäden verursachen. Von der Kreisverwaltung in Bernburg aus entsteht derzeit ein umfassendes Klimaanpassungskonzept, das Maßnahmen für Wasserhaushalt, Landwirtschaft, Stadtgrün und Gesundheit zusammenführen soll.
Ausgangspunkt sind spürbar häufigere Wetterextreme in der Region.
Wasser soll länger in der Landschaft bleiben
Ein Schwerpunkt liegt auf einem klimaresilienten Landschaftswasserhaushalt.
Diskutiert werden zusätzliche Retentionsflächen, die Renaturierung von Auen sowie die stärkere Speicherung von Niederschlagswasser. Statt Regen möglichst schnell abzuleiten, soll Wasser künftig stärker vor Ort zurückgehalten werden.
Auch sogenannte blau-grüne Infrastruktur gehört zu den Ansätzen.
Stadtgrün soll gleichzeitig kühlen
Mehr Grünflächen und eine bessere Nutzung von Regenwasser sollen Städte widerstandsfähiger gegen Hitze machen.
Niederschlagswasser könnte beispielsweise stärker vor Ort versickern oder für die Bewässerung öffentlicher Grünanlagen genutzt werden.
Damit würden zugleich Trink- und Grundwasserressourcen geschont.
Landwirtschaft steht besonders unter Druck
Trockenheit beeinflusst im Salzlandkreis unmittelbar landwirtschaftliche Erträge.
Deshalb sollen auch Agroforstsysteme genauer untersucht werden. Dabei werden landwirtschaftliche Flächen mit Gehölzen kombiniert. Zwei weitere Workshops zu Landwirtschaft und Hitze sind bereits angekündigt.
Salzlandkreis ist früher dran als andere
Besonders bemerkenswert ist die zeitliche Einordnung.
Nach Angaben des Kreises ist der Salzlandkreis derzeit der einzige Landkreis Sachsen-Anhalts, der bereits ein solches Klimaanpassungskonzept erarbeitet. Spätestens bis Mitte 2031 werden alle Landkreise und kreisfreien Städte des Landes dazu verpflichtet sein.
Bernburg wird damit zum Ausgangspunkt eines Projekts, das andere Regionen später ebenfalls umsetzen müssen.
Quellen
Salzlandkreis – „Klimaresilienter Landschaftswasserhaushalt“, 6. August 2026.
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