Berlin hat mehr als 70 Umspannwerke stärker gegen Anschläge geschützt, nachdem Stromausfälle Zehntausende Haushalte getroffen hatten.

Stromnetz Berlin hat die Sicherheitsmaßnahmen an seinen mehr als 70 Umspannwerken deutlich verstärkt. Neue Zäune, Videoüberwachung und zusätzlicher Wachschutz sollen kritische Anlagen besser schützen. Insgesamt wurden rund 20 Kilometer Sicherheitszaun verstärkt oder neu gebaut.

Zäune erreichen 2,40 Meter Höhe

Nach Angaben des Netzbetreibers wurden die Umspannwerke mit 2,40 Meter hohen Zäunen und Stacheldraht gesichert. Hinzu kommt eine ausgeweitete Videoüberwachung.

Teil des Sicherheitskonzepts ist auch der Einsatz KI-gestützter Kameras. Zudem sollen sogenannte Georedundanzen verhindern, dass ein einzelner Angriff mehrere für die Versorgung entscheidende Systeme gleichzeitig außer Betrieb setzt.

Auch Wachschutz, Beleuchtung und Zugangskontrollen werden ausgebaut.

Stromausfälle trafen Zehntausende Berliner

Hintergrund sind schwere Angriffe auf die Berliner Energieinfrastruktur. Im September 2025 wurden bei einem Brandanschlag Starkstromkabel im Südosten der Hauptstadt zerstört. Zeitweise waren rund 50.000 Privathaushalte und etwa 2.000 Gewerbebetriebe betroffen.

Ein weiterer Anschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal führte im Januar 2026 zu einem tagelangen Stromausfall für Zehntausende Haushalte. Stromnetz Berlin bezeichnete ihn als längsten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte.

Der Schutz der Energieversorgung ist damit zu einer zentralen Sicherheitsfrage für Berlin geworden.

Quelle: Stromnetz Berlin; Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe