Zalando hat im zweiten Quartal 2026 deutlich mehr Waren über seine Plattformen verkauft und zugleich den Gewinn gesteigert. Neben der Integration von ABOUT YOU entwickelt sich vor allem das Geschäft mit Firmenkunden zu einem wichtigen Wachstumstreiber.
Das konzernweite Bruttowarenvolumen, kurz GMV, stieg auf ausgewiesener Basis um 20,7 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Der Umsatz erreichte 3,4 Milliarden Euro.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 205 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens steuerten Synergien aus der Integration von ABOUT YOU mehr als zehn Millionen Euro zum Ergebnis bei.
Mehr aktive Kunden im Endkundengeschäft
Im Geschäft mit privaten Endkunden wuchs das Handelsvolumen über das gesamte App-Portfolio hinweg. Zalando nennt insbesondere ABOUT YOU und das Partnergeschäft als wichtige Wachstumstreiber.
Die Zahl der aktiven Kundinnen und Kunden erhöhte sich um 18,3 Prozent auf 62,5 Millionen. Damit erreicht der Konzern nach eigenen Angaben deutlich mehr Käufer als im Vorjahreszeitraum.
Die Übernahme und Integration von ABOUT YOU erweitert Zalandos Reichweite insbesondere bei jüngeren Zielgruppen und verschafft dem Konzern zusätzliche Möglichkeiten, Marken und Händler über mehrere Plattformen anzusprechen.
B2B-Umsatz steigt um mehr als ein Viertel
Besonders stark entwickelte sich das Firmenkundengeschäft. Der Umsatz im B2B-Bereich stieg auf ausgewiesener Basis um 27,6 Prozent auf 335 Millionen Euro.
Das bereinigte Betriebsergebnis erhöhte sich auf 41 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine bereinigte B2B-Marge von 12,2 Prozent.
Zalando bietet anderen Unternehmen unter anderem Logistik-, Software- und Plattformdienstleistungen an. Der Konzern will sich damit zunehmend auch als technischer Partner für Marken und Händler etablieren und nicht allein vom direkten Verkauf an Verbraucher abhängig sein.
KI-Plattform erreicht mehr als 100 Marken
Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist die KI-gestützte Content-Plattform SCAYLE STUDIOS. Innerhalb von zweieinhalb Monaten nach dem Start wurde sie nach Unternehmensangaben bereits von mehr als 100 Marken genutzt.
Die Plattform ermöglicht die digitale Erstellung von Modeinhalten. Dadurch soll sich die Produktionszeit um mehr als 95 Prozent verkürzen. Gleichzeitig sollen die Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsprozessen um rund 90 Prozent sinken.
Für Modeunternehmen kann dies insbesondere bei Produktbildern, Kampagnenmotiven und der schnellen Anpassung von Inhalten an unterschiedliche Märkte von Bedeutung sein.
Jahresprognose wird konkretisiert
Trotz des profitablen Wachstums erwartet Zalando Handelsvolumen und Umsatz für das Gesamtjahr nun in der unteren Hälfte der bislang genannten Prognosespanne.
Die Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis wurde präzisiert. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten EBIT zwischen 680 und 720 Millionen Euro. Zuvor hatte die Spanne zwischen 660 und 740 Millionen Euro gelegen.
Damit hält Zalando grundsätzlich an seiner Jahresplanung fest, grenzt die erwartete Ergebnisentwicklung jedoch stärker ein.
ABOUT YOU soll zusätzliche Synergien bringen
Die Integration von ABOUT YOU bleibt für den Konzern ein zentraler Bestandteil der weiteren Entwicklung. Bereits im zweiten Quartal trugen die daraus resultierenden Synergien mehr als zehn Millionen Euro zum bereinigten Betriebsergebnis bei.
Zalando setzt darauf, technische Systeme, Logistik, Partnerangebote und Kundenreichweite beider Unternehmen stärker miteinander zu verbinden. Gleichzeitig sollen die Markenprofile der jeweiligen Plattformen erhalten bleiben.
Quellen
Zalando SE – Pressemitteilung zu den Geschäftszahlen des zweiten Quartals 2026, veröffentlicht am 4. August 2026