Die Debatte um einen zeitlich begrenzten Schwimm-Zeitslot für Schwarze Menschen im Volksbad der Volksbühne sorgt in Berlin für Kontroversen. Antidiskriminierungssenatorin Cansel Kızıltepe weist den Vorwurf zurück, das Angebot sei diskriminierend. Wie die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung mitteilt, sieht sie den Zeitslot als zulässige Maßnahme zum Ausgleich struktureller Benachteiligung.
Kızıltepe weist Diskriminierungsvorwurf zurück
Die Volksbühne vergibt nach Angaben der Senatsverwaltung Zeitfenster an unterschiedliche Vereine, darunter Each One Teach One e.V., kurz EOTO.
Kızıltepe argumentiert, zeitlich begrenzte Angebote für Menschen mit Erfahrungen von Rassismus und struktureller Benachteiligung seien nicht mit einer unzulässigen Diskriminierung gleichzusetzen.
EOTO arbeitet mit Schwarzer Community
Each One Teach One engagiert sich nach Darstellung der Senatorin seit Jahren für die Schwarze Community in Berlin.
Kızıltepe kritisiert zugleich Anfeindungen und Drohungen, denen der Verein sowie insbesondere Kinder und Jugendliche im Zuge der aktuellen Debatte ausgesetzt seien.
Ombudsstelle verweist auf LADG und AGG
Auch die LADG-Ombudsstelle bewertet zeitlich begrenzte Angebote für strukturell benachteiligte Gruppen grundsätzlich als zulässig.
Sie verweist auf Paragraf 5 Absatz 2 des Berliner Landesantidiskriminierungsgesetzes sowie Paragraf 5 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, die geeignete und angemessene Maßnahmen zum Ausgleich bestehender Nachteile ermöglichen.
Besondere Angebote gelten als positive Maßnahmen
Nach Einschätzung der Ombudsstelle können solche Regelungen unter anderem Frauen, queere Menschen, ältere Menschen, Migranten, sozial benachteiligte Jugendliche oder Schwarze Menschen betreffen.
Entscheidend sei, dass die jeweilige Maßnahme bestehende strukturelle Nachteile verhindern oder ausgleichen soll.
Senatorin fordert sichere Räume
Kızıltepe betont, Antidiskriminierung bedeute aus ihrer Sicht nicht, bestehende Ungleichheiten auszublenden.
Rassismus und Ausgrenzung gehörten für Schwarze Menschen weiterhin zur Lebensrealität, weshalb gezielte Angebote und sichere Räume notwendig seien.
Quelle: Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung Berlin