Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus steht SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach im Mittelpunkt staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover wurden drei Objekte in Berlin und Hannover durchsucht. Krach bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.
Die Ermittlungsbehörde bestätigte am Mittwoch, 9. September 2026, das Verfahren gegen den Politiker. Einzelheiten zum Ermittlungsstand wollte sie aus taktischen Gründen zunächst nicht nennen.
Krach erklärte gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, die Vorwürfe bezögen sich auf ein Vergabeverfahren im Zusammenhang mit einem Klinikum in der Region Hannover. Dort war er als Regionspräsident zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates.
Krach weist Bestechungsvorwurf zurück
Nach Darstellung des SPD-Politikers geht es offenbar um den Verdacht der Bestechlichkeit. Diesen bezeichnete er als haltlos. Weder er selbst noch die Berliner SPD hätten eine Spende von einem beteiligten Bieter erhalten.
Das betreffende Unternehmen habe den Auftrag zudem nicht bekommen, erklärte Krach. Er wolle vollständig mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten und habe nichts zu verbergen.
Ob und welche Beweismittel bei den Durchsuchungen sichergestellt wurden, ist bislang nicht bekannt. Ebenso ist offen, wie lange die Prüfung der Vorwürfe dauern wird. Die Unschuldsvermutung gilt.
Ermittlungen treffen SPD im Wahlkampf
Der Zeitpunkt ist für die Berliner SPD besonders heikel: Am 20. September 2026 wird das Abgeordnetenhaus neu gewählt. Krach führt seine Partei als Spitzenkandidat in die Abstimmung.
Für den Wahlkampf in Berlin lässt er sein Amt als Präsident der Region Hannover derzeit ruhen. Die Ermittlungen dürften nun die Schlussphase des Wahlkampfes prägen und den Druck auf die SPD erhöhen, die Vorwürfe transparent aufzuklären.
Ob das Verfahren Auswirkungen auf Krachs Kandidatur oder seine politischen Ämter haben wird, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Maßgeblich sind die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover.
Quelle: Meldung vom 9. September 2026; Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover und Stellungnahme von Steffen Krach