Das Land Berlin hat nach einem schweren Cyberangriff eine Lösegeldforderung erhalten. Die Forderung ging am Donnerstagabend ein, nachdem bereits seit mindestens dem 7. August Daten aus dem Landesnetz abgeflossen waren.
Berlin will kein Lösegeld zahlen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bestätigte die Erpressung nach einer Sondersitzung des Senats. Die Forderung sei am Donnerstag gegen 17.30 Uhr eingegangen.
Zur verlangten Summe machte der Senat keine Angaben. Wegner kündigte an, dass Berlin nicht auf die Forderung eingehen werde.
Das Landeskriminalamt und die Berliner Staatsanwaltschaft ermitteln gegen die mutmaßlichen Täter. Sie arbeiten dabei mit Sicherheitsbehörden des Bundes zusammen.
Daten flossen mindestens eine Woche ab
Nach Angaben der Senatskanzlei drangen die Angreifer früher in das Berliner Landesnetz ein als zunächst bekannt. Mindestens seit dem 7. August sollen Daten abgeflossen sein.
Am 14. August wurden die Senatsverwaltungen für Verkehr und Stadtentwicklung aus Sicherheitsgründen vom übrigen Landesnetz getrennt. Welche Daten die Täter kopierten, ist weiterhin unklar.
Der Senat kann nicht ausschließen, dass auch personenbezogene Informationen betroffen sind. Frühere Aussagen, wonach keine sensiblen Daten abgeflossen seien, gelten damit nicht mehr.
Spezialfirma untersucht Berliner Landesnetz
Ein Notfallstab koordiniert die Reaktion auf den Angriff. Zusätzlich untersucht eine US-amerikanische Spezialfirma das Berliner Landesnetz.
Die vollständige Aufarbeitung könnte mehrere Monate dauern. Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg handelt es sich um den bislang größten bekannt gewordenen Cybervorfall beim Land Berlin.
Die Ermittler haben noch keine Angaben zur Identität oder Herkunft der Angreifer veröffentlicht.
Wahlsystem soll nicht betroffen sein
Innensenatorin Iris Spranger erklärte, dass der für Wahlen wichtige Teil des Landesnetzes abgesichert sei. Dort seien nach dem derzeitigen Stand keine Daten abgeflossen.
Die Wahlumgebung sei nach Angaben der zuständigen Sicherheitsbeauftragten nicht betroffen. Die Untersuchung der übrigen Systeme dauert jedoch an.
Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg; Berliner Senatskanzlei