Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen 2016 und 2022 insgesamt 14 Frauen sexuell angegriffen haben. Zu den Vorwürfen gehören Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen.
Für den Angeklagten gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.
Kontakte über Dating-Plattformen
Der Mann soll die Frauen über Online-Dating-Angebote kennengelernt haben. Bei späteren persönlichen Treffen soll er ihnen Schlafmittel oder andere Substanzen in Verbindung mit Alkohol verabreicht haben.
Nach Darstellung der Anklage soll er die teilweise bewusstlosen Frauen anschließend missbraucht und die Taten mit Kameras aufgezeichnet haben.
Ermittler fanden umfangreiches Material
Die Ermittlungen kamen demnach durch einen Hinweis aus Niedersachsen ins Rollen. Dort waren Ermittler bei der Auswertung von Daten eines inzwischen verstorbenen Mannes auf belastendes Material gestoßen.
Bei weiteren Untersuchungen sollen zahlreiche Bild- und Videoaufnahmen gefunden worden sein. Ein Teil der betroffenen Frauen erfuhr nach Behördenangaben erst durch die Polizei von den mutmaßlichen Übergriffen.
Weitere mögliche Betroffene
Die Ermittler gehen von einer größeren Zahl möglicher Opfer aus, als in der aktuellen Anklage berücksichtigt werden konnte. Mehrere Frauen konnten anhand der Aufnahmen bislang nicht identifiziert werden.
In einem weiteren Komplex soll eine Frau zwischen 2010 und 2014 mehrfach betroffen gewesen sein. Dieser Teil konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen Verjährung nicht mehr angeklagt werden.
Sicherungsverwahrung wird angestrebt
Die Staatsanwaltschaft strebt neben einer Freiheitsstrafe auch die Anordnung einer anschließenden Sicherungsverwahrung an. Darüber entscheidet das Gericht erst nach Abschluss der Beweisaufnahme und einer möglichen Verurteilung.
Der Prozess ist nach bisheriger Planung auf 13 Verhandlungstage bis Anfang Oktober angesetzt. Eine zentrale Rolle dürften die sichergestellten Filmaufnahmen und die Aussagen der betroffenen Frauen spielen.
Quellen
– Staatsanwaltschaft Berlin: Anklage gegen einen 68-Jährigen wegen schwerer Sexualdelikte
– Landgericht Berlin: Beginn und Terminierung des Strafverfahrens
– Rundfunk Berlin-Brandenburg: Berichterstattung zur Anklage, 14. Juli 2026
– Deutsche Presse-Agentur: Prozessbeginn vor dem Landgericht Berlin, 6. August 2026