Die Zahl der Trickbetrugsfälle steigt in Berlin deutlich. Bis Mitte August wurden bereits 1.682 entsprechende Straftaten erfasst. Besonders häufig treffen die Täter ältere Menschen, denen sie sich als Polizisten, Angehörige oder vermeintliche Helfer vorstellen.
1.682 Fälle bereits bis Mitte August
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 2.237 Fälle. Die Entwicklung des laufenden Jahres zeigt damit bereits nach gut sieben Monaten eine hohe Belastung.
Die Polizei hatte schon Ende Juni gemeinsam mit Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg eine Aktionswoche gegen Straftaten zum Nachteil älterer Menschen gestartet. Dabei standen Schockanrufe, Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und Betrugsdelikte im Internet im Mittelpunkt.
Täter setzen ihre Opfer massiv unter Druck
Eine häufige Masche beginnt mit einem überraschenden Telefonanruf. Täter behaupten etwa, in der Nachbarschaft sei eingebrochen worden und das Vermögen des Angerufenen sei gefährdet.
Anschließend sollen Bargeld, Schmuck oder Gold angeblichen Polizeibeamten zur sicheren Verwahrung übergeben werden. Die echte Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass sie niemals telefonisch die Herausgabe von Geld oder Wertsachen verlangt.
Polizei geht inzwischen direkt zu Senioren
Die Berliner Polizei setzt inzwischen verstärkt auf persönliche Präventionsarbeit. Beamte besuchen ältere Menschen in ausgewählten Wohngebieten und informieren über aktuelle Betrugsmaschen.
Auch Angehörige und Nachbarn sollen sensibilisiert werden. Zusätzlich plant die Polizei verstärkte zivile Kontrollen, da zahlreiche Taten nach Einschätzung der Ermittler Strukturen organisierter Kriminalität aufweisen.
Falsche Polizeibeamte bleiben großes Problem
Wie professionell die Täter arbeiten, zeigt ein weiterhin ungeklärter Fall aus Biesdorf. Ein 92-Jähriger wurde telefonisch davon überzeugt, dass sein Konto in Gefahr sei und er Bargeld sowie EC-Karten übergeben müsse.
Mit den Karten wurde anschließend Geld an einem Automaten abgehoben. Die Polizei fahndet weiterhin nach einem Tatverdächtigen.
Polizei nennt klare Schutzregeln
Betroffene sollten sich am Telefon nicht unter Druck setzen lassen und keine Angaben zu Vermögen oder Konten machen. Unbekannten Personen sollte weder Geld noch Schmuck übergeben werden.
Wer Zweifel hat, sollte das Gespräch beenden und selbst die Polizei oder eine vertraute Person kontaktieren.
Quelle:
Polizei Berlin; Landeskriminalamt Berlin; aktuelle Polizeidaten zur Seniorensicherheit.