Die geplante S95 soll Birkenwerder mit dem Flughafen BER verbinden. Der Berliner Senat rechnet bisher nur mit vierteiligen Halbzügen, weil allein diese Variante die Voraussetzungen für eine Bundesförderung erfüllt.
S95 soll nur mit vier Wagen fahren
Die neue S-Bahn-Linie soll nach dem derzeitigen Konzept im Abstand von 20 Minuten zwischen Birkenwerder und dem Flughafen BER verkehren. Vorgesehen sind Halbzüge mit vier Wagen. Ein Vollzug der Berliner S-Bahn besteht dagegen aus acht Wagen.
Nach Angaben der Verkehrsverwaltung reicht die Kapazität der kürzeren Züge für die erwartete Nachfrage aus. Eine sogenannte Dimensionierungsprüfung habe bestätigt, dass die prognostizierten Fahrgastzahlen mit Halbzügen bewältigt werden könnten.
Förderregel bestimmt die Zuglänge
Entscheidend ist die Nutzen-Kosten-Untersuchung für das Projekt. Nur die Variante mit Halbzügen erreichte einen Wert von mehr als 1,0. Dieser Wert ist notwendig, damit das Vorhaben nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz grundsätzlich Bundesmittel erhalten kann.
Eine Variante mit längeren Zügen verfehlte nach den bisherigen Berechnungen die erforderliche Wirtschaftlichkeit. Kritiker bemängeln deshalb, dass nicht der langfristige Bedarf, sondern die Förderlogik über die Kapazität der neuen Strecke entscheidet.
Neue S95 verbindet Birkenwerder und BER
Die S95 soll auf dem östlichen Berliner Eisenbahnaußenring verkehren. Zwischen Springpfuhl und dem Grünauer Kreuz müssten teilweise neue S-Bahn-Gleise entstehen.
Geplant sind zusätzliche Bahnhöfe an der Dörpfeldstraße, in Biesdorf-Süd und in der Wuhlheide. Dort wären Umstiege zur Straßenbahn, zur U-Bahn-Linie 5 und zur S3 möglich. Fahrgäste aus dem Norden und Osten könnten den BER erreichen, ohne zunächst durch die Berliner Innenstadt fahren zu müssen.
Gerade Reisende mit Koffern, Kinderwagen oder Fahrrädern benötigen jedoch mehr Platz als gewöhnliche Pendler. Sollte die Nachfrage stärker wachsen als erwartet, könnten die kurzen Züge schnell an ihre Grenzen kommen.
Kritiker bevorzugen Regionalzüge
Das Bündnis Schiene Berlin-Brandenburg fordert eine erneute Prüfung des Verkehrskonzepts. Nach Ansicht des Bündnisses wäre eine Regionalbahn auf dem Eisenbahnaußenring flexibler als eine S-Bahn.
Regionalzüge könnten über Birkenwerder und den Flughafen hinaus weiter in das Umland fahren. Dadurch ließen sich zusätzliche Orte in Brandenburg anbinden. Der Senat hatte sich allerdings bereits im Februar 2024 grundsätzlich für die Fortführung der Planungen als S-Bahn entschieden.
Baustart frühestens im Jahr 2034
Mit einem schnellen Baubeginn ist nicht zu rechnen. Nach dem bisherigen Zeitplan könnten die Arbeiten frühestens 2034 starten. Bis zur Eröffnung würden anschließend weitere Jahre vergehen.
Damit beruhen die Berechnungen zur benötigten Zuglänge auf Prognosen für ein Projekt, das erst in ferner Zukunft fertig werden dürfte. Berlin und Brandenburg müssen deshalb klären, ob vier Wagen auch langfristig ausreichen oder ob die neue Flughafenverbindung bereits zu klein geplant wird.
Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Mobilität; Abgeordnetenhaus Berlin; Bündnis Schiene Berlin-Brandenburg