Im Dreieck Späthsfelde soll ein neuer Berliner Stadtteil mit rund 2.500 Wohnungen entstehen. Der Senat hat das Struktur- und Nutzungskonzept beschlossen, das Wohnen, Gewerbe, soziale Infrastruktur und große Grünflächen miteinander verbindet.

Das etwa 100 Hektar große Untersuchungsgebiet liegt im Süden Neuköllns. Unter dem Leitbild eines kompakten Kiezes im Grünen sind neben den Wohnungen ein neuer Schulstandort, kulturelle und soziale Angebote sowie rund zwölf Hektar Gewerbeflächen vorgesehen.

Hälfte der Fläche bleibt grün

Rund 50 Prozent des Untersuchungsgebiets sollen nach dem Konzept als Grün- und Freiflächen berücksichtigt werden. Ein zusammenhängendes Band soll vorhandene hochwertige Grünbereiche und Gewässer aufnehmen und miteinander verbinden.

Die Späth'schen Baumschulen und das Arboretum der Humboldt-Universität prägen das Gebiet. Ihr besonderer Charakter soll erhalten und gestärkt werden. Auch bestehende Kleingartenflächen sollen in das klimaresiliente und sozial gemischte Quartier integriert werden.

Die Mischung ist für die weitere Planung entscheidend. Der Senat will nicht nur zusätzliche Wohnungen schaffen, sondern auch Arbeitsplätze, Bildungsangebote und wohnortnahe Infrastruktur ermöglichen. Damit soll der Bedarf an langen Alltagswegen begrenzt werden.

Verkehrserschließung bleibt Schlüsselfrage

Das Konzept beschreibt auch die übergeordnete Verkehrserschließung und die geplante Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Wie diese Anbindung konkret umgesetzt wird, ist eine wesentliche Voraussetzung für das gesamte Vorhaben.

Die Senatsverwaltung führt derzeit vorbereitende Untersuchungen durch. Sie sollen klären, ob und wie das Gebiet langfristig entwickelt werden kann und welche rechtlichen, technischen und finanziellen Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.

Bis Ende 2027 sollen die vorbereitenden Untersuchungen abgeschlossen werden. Erst danach können die nächsten Planungsschritte und Verfahren folgen. Die Realisierung eines ersten Teilbereichs ist nach aktuellem Stand ab 2035 vorgesehen.

Für die angrenzenden Ortsteile bedeutet das Vorhaben eine langfristige Veränderung. Neue Wohnungen und Einrichtungen können zusätzliche Angebote schaffen, zugleich müssen Verkehr, Natur- und Klimaschutz sowie die Interessen bestehender Nutzungen in den kommenden Verfahren weiter abgestimmt werden.

Bis zum möglichen Baustart bleibt das Vorhaben ein langfristiges Planungsprojekt. In den nächsten Schritten müssen Fachverwaltungen, Bezirk und weitere Beteiligte die Erschließung, den Schutz vorhandener Grünstrukturen und die soziale Infrastruktur konkretisieren. Erst belastbare Planungsunterlagen werden zeigen, wie Wohnungen, Schule, Gewerbe und Freiräume im Alltag miteinander funktionieren können. Die zuständigen Stellen müssen Fortschritt, Kosten und Wirkung transparent dokumentieren, damit politische Entscheidungen und praktische Folgen nachvollziehbar bleiben. Dazu gehört auch eine verständliche Information der Berliner Öffentlichkeit über erreichte Schritte und weiterhin offene Fragen.

Quellen

Presse- und Informationsamt des Landes Berlin: Struktur- und Nutzungskonzept für das Neue Stadtquartier Dreieck Späthsfelde beschlossen, 11. August 2026