Beeskow. Eine Anlage mit rund 60 Megawatt Leistung, etwa acht Hektar Fläche und ein mögliches Investitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro: Im Industriegebiet Hufenfeld könnte eines der größten Industrieprojekte Beeskows entstehen. Geplant ist keine klassische kleine landwirtschaftliche Biogasanlage, sondern eine großskalige Anlage zur Produktion von Biomethan.
Hinter dem Vorhaben stehen die FAB-Unternehmensgruppe, die HERECON Projekt GmbH und die WABIO Technologie GmbH. Die Stadt Beeskow hatte das Projekt Ende Mai öffentlich bekannt gemacht.
Organische Reststoffe sollen zu Energie werden
Nach Angaben der Projektpartner sollen vor allem organische Reststoffe aus Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie verarbeitet werden. Das dabei erzeugte Biomethan soll nach der bisherigen Planung in das Gasnetz eingespeist werden.
Auch die bei der Vergärung entstehenden Reststoffe sollen weiterverwendet und als Dünger in die Landwirtschaft zurückgeführt werden.
Das Projekt befindet sich allerdings noch in einer frühen Entwicklungs- und Genehmigungsphase. Ein Netzanschlussvertrag mit EWE war Anfang Juni noch nicht abgeschlossen.
Baustart frühestens 2027
Nach den bislang veröffentlichten Planungen soll der Bau frühestens in der zweiten Jahreshälfte beziehungsweise im Herbst 2027 beginnen. Die erwartete Bauzeit wird mit etwa 14 bis 16 Monaten angegeben.
Im Raum stehen derzeit:
- rund 60 MW thermische Leistung
- etwa acht Hektar Fläche
- rund 150 Millionen Euro Investitionsvolumen
- geplanter Baustart ab 2027
- Biomethan aus biogenen Reststoffen
Die 150 Millionen Euro stammen aus später veröffentlichten Angaben zum Projekt und sind bislang kein endgültig festgeschriebener Investitionsbetrag.
Bürgermeister sieht Chance für den Wirtschaftsstandort
Beeskows Bürgermeister Robert Czaplinski begrüßt die Ansiedlungspläne.
„Das Projekt zeigt, welches Potenzial der Wirtschaftsstandort Beeskow im Bereich nachhaltiger Energie- und Industrieprojekte besitzt.“
Die Stadt wolle gute Rahmenbedingungen für zukunftsorientierte Investitionen schaffen und regionale Wertschöpfung stärken, erklärte Czaplinski.
Für Beeskow bleiben aber noch entscheidende Fragen offen: Welche Genehmigungen werden erteilt? Wie genau wird die Anlage an das Gasnetz angeschlossen? Welche Verkehrsströme entstehen durch Anlieferungen? Und welche Auswirkungen hat das Großprojekt auf die Umgebung?
Das Vorhaben ist damit noch nicht gebaut – aber wirtschaftlich bereits eines der Projekte, das Beeskow in den kommenden Jahren erheblich verändern könnte.
Quellen und Datenbasis
Stadt Beeskow, 28. Mai 2026: Ankündigung des 60-MW-Projekts im Industriegebiet Hufenfeld.
Projektinformationen von FAB/HERECON/WABIO, wiedergegeben durch LAUSITZ.online.
Märkische Oderzeitung, 3. Juni 2026: weitere Angaben zu Leistung, Investitionsvolumen, Bauzeit und Genehmigungsstand.