Bautzen – Karpfen, Forelle, Zander und Schleie stehen in den kommenden Wochen wieder besonders im Mittelpunkt der Oberlausitzer Küche. Mit dem traditionellen Abfischen auf dem Erlichthof Rietschen haben die 25. Lausitzer Fischwochen begonnen.

Bis zum 1. November 2026 laden Teichwirtschaften, Restaurants und Veranstalter zu zahlreichen Angeboten rund um den Lausitzer Fisch ein. Dazu gehören Schaufischen, Wanderungen, Familienangebote und spezielle Fischgerichte in Gaststätten der Region.

Teichwirtschaft prägt die Oberlausitz seit Jahrhunderten

Die Teichwirtschaft gehört seit rund acht Jahrhunderten zur Oberlausitz. Sie ist nicht nur ein wichtiger Teil der regionalen Lebensmittelproduktion, sondern hat auch die Kulturlandschaft entscheidend geprägt.

Durch die bewirtschafteten Teiche entstanden Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig sind sie wirtschaftliche Grundlage für Fischereibetriebe und Arbeitsplätze in der Region.

Die Fischwochen fallen traditionell in die Zeit des Abfischens. Seit 25 Jahren bringen sie Teichwirte, Gastronomie und touristische Anbieter zusammen und sollen zeigen, welche Produkte direkt in der Region erzeugt werden.

Schaufischen in mehreren Orten

Wer erleben möchte, wie die Fische aus den Teichen geholt werden, bekommt dazu im Oktober mehrfach Gelegenheit.

Am 3. Oktober wird am Inselteich in Radibor abgefischt. Es folgen unter anderem das Hof- und Fischerfest in Weißig am 10. Oktober, ein Schaufischen in Langburkersdorf am 11. Oktober sowie weitere Termine in Litschen und Petershain.

Begleitend gibt es Wanderungen durch die Teichlandschaft. Dabei wird erklärt, wie die Teichwirtschaft entstanden ist und welche Bedeutung sie für Natur und Landschaft besitzt.

Angebote auch für Kinder

Während der Herbstferien richten sich mehrere Veranstaltungen gezielt an Familien und Kinder.

Unter dem Titel „Sind Fische stumm?“ dreht sich am 14. Oktober in Lohsa alles um heimische Fischarten. Im Haus der Tausend Teiche in Wartha gibt es Führungen durch die Dauerausstellung. Bei einer Schnitzeljagd können Kinder zudem nach „Konny, dem Karpfen“ suchen.

Karpfen und Forelle direkt aus der Region

Auch die Gastronomie beteiligt sich an den Fischwochen. Mehrere Restaurants in der Oberlausitz bieten in den kommenden Wochen Gerichte mit heimischem Fisch an.

Im sorbischen Restaurant „Wjelbik“ in Bautzen gehören Karpfen und Forelle fest zum Angebot. Beide werden gebraten serviert, Forelle zusätzlich geräuchert. Auch die klassische Variante „Karpfen blau“ steht auf der Karte.

Weitere beteiligte Betriebe befinden sich unter anderem in Uhyst, Weicha, Wartha, Großharthau und Bad Muskau. Auch die Teichwirtschaft Weißig bietet während der Fischwochen eigene regionale Fischgerichte an.

Fischzucht Rietschen bewirtschaftet 42 Teiche

Eine zentrale Rolle bei den diesjährigen Fischwochen spielt die Fischzucht Rietschen.

Das Unternehmen bewirtschaftet 42 Teiche mit insgesamt rund 260 Hektar Fläche und produziert jährlich etwa 130 Tonnen Fisch. Neben Schleien, Barschen, Plötzen und Zandern ist vor allem der Spiegelkarpfen von großer Bedeutung.

Bis ein Karpfen verkauft werden kann, wächst er dort drei bis vier Jahre heran. Ein großer Teil der Produktion wird direkt im eigenen Hofladen verkauft.

Geschäftsführer Karsten Tusche wurde in diesem Jahr zum „Teichwirt des Jahres“ der Fischwochen gewählt.

Ein Teil des Fisches aus Rietschen wird allerdings auch außerhalb der Oberlausitz verkauft. Nach Angaben des Betriebs gehen größere Mengen bis nach Mecklenburg-Vorpommern.