Die Hansestadt Anklam will prüfen, ob das Gebiet rund um das Theater an der Leipziger Allee als neues Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann. Damit könnten Fördermittel von Bund und Land für die Modernisierung des Theaterstandortes und weiterer Gebäude eingeworben werden. Allein für das Theater werden Kosten von etwa fünf Millionen Euro erwartet.
Theater benötigt umfassende Sanierung
Das Theater an der Leipziger Allee weist erheblichen Sanierungsbedarf auf. Für die Modernisierung des eigentlichen Theatergebäudes werden nach bisherigen Schätzungen etwa fünf Millionen Euro benötigt. Einschließlich weiterer Gebäude auf dem Gelände könnten sich die Kosten auf rund 15 Millionen Euro erhöhen.
Die Stadt kann diese Summe nicht allein aus dem eigenen Haushalt finanzieren. Deshalb soll geprüft werden, ob ein förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet eingerichtet werden kann. Eine solche Ausweisung würde Anklam ermöglichen, Städtebaufördermittel von Bund und Land zu beantragen.
Voruntersuchung kostet 40.000 Euro
Bevor ein Sanierungsgebiet beschlossen werden kann, ist eine vorbereitende Untersuchung notwendig. Dafür werden nach Angaben des NDR rund 40.000 Euro veranschlagt. Die Untersuchung soll klären, welche Gebäude und Flächen einbezogen werden, welche städtebaulichen Probleme bestehen und welche Maßnahmen erforderlich sind.
Die Investition fällt in eine schwierige Haushaltslage. Anklam arbeitet derzeit mit einem vorläufigen Haushalt und muss zugleich ein umfangreiches Sparprogramm umsetzen. Trotzdem könnte die Voruntersuchung langfristig den Zugang zu deutlich höheren Fördermitteln öffnen.
Bedeutung für Anklam
Das Theater ist nicht nur eine Spielstätte, sondern ein wichtiger Kulturstandort für Anklam und die Region Vorpommern. Eine Sanierung könnte den Betrieb langfristig sichern und zugleich das Umfeld an der Leipziger Allee aufwerten.
Von einem größeren Sanierungsgebiet könnten auch angrenzende Gebäude, Straßen und öffentliche Räume profitieren. Voraussetzung ist allerdings, dass die Stadt die notwendigen Eigenanteile aufbringen kann.
Wie es weitergeht
Nach der Entscheidung über die Voruntersuchung müssen deren Ergebnisse ausgewertet und ein konkretes Gebiet abgegrenzt werden. Erst danach könnte die Stadt die förmliche Ausweisung beschließen und Förderanträge stellen.
Ein Baubeginn oder ein verbindlicher Zeitplan für die Theatersanierung stehen bislang nicht fest.
Anklam versucht, trotz knapper Kassen die Zukunft seines Theaters zu sichern. Die geplante Untersuchung kostet zunächst Geld, könnte der Stadt aber den Zugang zu umfangreichen Förderprogrammen ermöglichen. Entscheidend ist, ob daraus ein tragfähiges Konzept für das Theater und das gesamte Umfeld entsteht.
Quellen
– Norddeutscher Rundfunk: „Marodes Theater: Anklam will neues Sanierungsgebiet prüfen“, veröffentlicht am 16. Juli 2026.
– Hansestadt Anklam: Sitzungs- und Bekanntmachungsinformationen der Stadtvertretung, abgerufen am 23. Juli 2026.