Das Lausitz Festival zeigt am Mittwochabend Shakespeares „Hamlet“ im Hangar 1 auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Cottbus. Die Premiere am 26. August 2026 ist ebenso wie mehrere weitere Vorstellungen ausverkauft, weshalb der Veranstalter eine zusätzliche Aufführung für Donnerstag angesetzt hat.

Hamlet-Premiere zieht in Cottbuser Hangar

Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr und dauert nach Angaben des Veranstalters bis etwa 22 Uhr. Regisseur Marcel Kohler bringt das bekannte Drama gemeinsam mit einem prominenten Ensemble auf die Bühne. Zu den Mitwirkenden gehören Linn Reusse, Corinna Harfouch, Götz Schubert, Sina Kießling, Dagna Litzenberger Vinet, Leonard Burkhardt und Tom Gramenz.

Auch Kinder aus Cottbus wirken an der Produktion mit. Für Bühne und Kostüme ist Torsten Köpf verantwortlich. Die Musik stammt von Christoph Bernewitz. Jonas Nordberg begleitet die Aufführung auf der Laute.

Der Hangar dient nicht nur als ungewöhnliche Kulisse. Der ehemalige militärische Ort wird zum Teil der Inszenierung. Das Festival verbindet damit einen klassischen Stoff über Macht, Verrat und Verantwortung mit einem Schauplatz, der selbst von politischen und historischen Umbrüchen geprägt ist.

Shakespeare-Drama stellt Frage nach Verantwortung

Im Mittelpunkt des Stückes steht Prinz Hamlet. Der Geist seines verstorbenen Vaters offenbart ihm, dass der neue König Claudius den früheren Herrscher ermordet habe. Hamlet soll den Tod seines Vaters rächen und gerät dabei in einen Konflikt zwischen moralischem Anspruch, Zweifel und Gewalt.

Die Cottbuser Inszenierung richtet den Blick besonders auf die Belastung einer jungen Generation durch die Entscheidungen ihrer Eltern. Hamlet erhält ein Wissen, das er nicht ignorieren kann. Zugleich kann er seinen Auftrag kaum erfüllen, ohne selbst Teil des gewaltsamen Systems zu werden.

Diese Frage verleiht dem mehrere Jahrhunderte alten Werk eine aktuelle Bedeutung. Gesellschaften müssen immer wieder entscheiden, wie sie mit Schuld, verschwiegenen Verbrechen und überlieferten Konflikten umgehen. Die Inszenierung verbindet diesen Gedanken mit dem besonderen Spielort in der Lausitz.

Regisseur Marcel Kohler und das Ensemble knüpfen an die Festivalproduktion „Othello/Die Fremden“ in Weißwasser an. Auch dort verband das Team einen Shakespeare-Stoff mit einem markanten Ort der Region.

Große Nachfrage führt zu Zusatzvorstellung

Die Premiere sowie die Vorstellungen am 28., 29. und 30. August sind bereits ausverkauft. Wegen der hohen Nachfrage hat das Festival eine zusätzliche Aufführung für den 27. August angesetzt.

Für Besucher stehen Shuttlebusse zwischen dem Cottbuser Spreewaldbahnhof und dem Spielort bereit. Das Festival weist darauf hin, dass diese Beförderung vorab gebucht werden muss.

Die Aufführung empfiehlt der Veranstalter für Zuschauer ab 14 Jahren. Das Stück enthält Darstellungen und Themen wie Tod, Suizid, Gewalt und Krieg. Außerdem kommen Schüsse, Nebel und Stroboskopeffekte zum Einsatz.

Schulklassen, die „Hamlet“ im Unterricht behandeln, können nach Verfügbarkeit ermäßigte Eintrittskarten erhalten. Ergänzend stellt das Festival Unterrichtsmaterial bereit und bietet ein späteres Gespräch mit dem leitenden Bühnendramaturgen an.

Sachsen unterstützt Festival mit 500.000 Euro

Das Lausitz Festival läuft in diesem Jahr bis zum 13. September. Sein Programm umfasst Theater, Konzerte, Lesungen und gesellschaftliche Debatten an verschiedenen Orten in Sachsen und Brandenburg.

Der Freistaat Sachsen unterstützt das Festival 2026 mit 500.000 Euro. Die Länder Sachsen und Brandenburg begleiten seine Entwicklung über den Aufsichtsrat der Lausitz Festival GmbH. Zusätzlich fließen Bundesmittel in das länderübergreifende Kulturprojekt.

Das Festival gehört zu den Schlüsselvorhaben des gemeinsamen Kulturplans Lausitz. Dieser soll kulturelle Angebote, regionale Identität und Tourismus miteinander verbinden. Dabei geht es auch darum, historische Industriestandorte und ungewöhnliche Gebäude als neue Veranstaltungsorte zu nutzen.

Die „Hamlet“-Premiere im Cottbuser Hangar zeigt diesen Ansatz besonders deutlich. Ein ehemaliger Militärstandort wird zur Theaterbühne und zieht Besucher aus der Region und darüber hinaus an. Kultur erhält damit eine sichtbare Rolle im Strukturwandel der Lausitz.

Quelle: [Lausitz Festival](https://www.lausitz-festival.eu/de/programm/hamlet-premiere/347?utm_source=chatgpt.com); [Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus](https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1099565?utm_source=chatgpt.com)