Die Hochschule Zittau/Görlitz und die Stadt Bautzen wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Bei einem Arbeitstreffen im Zittauer Transferraum CELSIUZ vereinbarten beide Seiten konkrete Schritte für gemeinsame Projekte. Im Mittelpunkt stehen nachhaltiges Bauen, Wissenschaftstransfer, MINT-Bildung und neue Veranstaltungsformate in der Bautzener Innenstadt.
Arbeitstreffen im Zittauer CELSIUZ
Eine Delegation der Stadt Bautzen besuchte am 3. Juli 2026 die Hochschule Zittau/Görlitz. Das Treffen fand im Transferraum CELSIUZ in den Zittauer Mandauhöfen statt. Die Hochschule veröffentlichte ihren Bericht darüber am 22. Juli.
An den Gesprächen nahmen unter anderem Hochschulrektor Alexander Kratzsch, Prorektorin Sophia Keil sowie Bautzens Oberbürgermeister Karsten Vogt und Bürgermeister Heiko Nowak teil. Ebenfalls vertreten waren die Bautzener Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung.
Nach Angaben der Hochschule wurde die ursprüngliche Tagesordnung während des dreieinhalbstündigen Treffens verändert, um bereits konkrete Projekte und Termine festzulegen. Einzelheiten zu allen vereinbarten Vorhaben wurden bislang allerdings nicht veröffentlicht.
Zittauer Erfahrungen sollen nach Bautzen übertragen werden
Ein wichtiger Bestandteil der geplanten Zusammenarbeit ist die neue „denkBar | hromadźe“ in der Bautzener Innenstadt. Der offene Begegnungs- und Innovationsraum soll Bürger, Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung und regionale Initiativen zusammenbringen.
Vorgesehen sind dort Workshops, Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und gemeinsame Projekte. Die Hochschule will dabei ihre Erfahrungen aus dem Zittauer CELSIUZ einbringen. Der Transferraum wird seit 2020 genutzt, um Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander zu vernetzen.
Ein erstes gemeinsames Veranstaltungsformat könnte nach Angaben der Hochschule bereits während des Bautzener Wenzelmarktes in der Weihnachtszeit stattfinden. Ein verbindliches Programm wurde noch nicht bekannt gegeben.
Nachhaltiges Bauen als Schwerpunkt
Ein weiterer Schwerpunkt ist das geplante Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen. Ein Büro des Forschungszentrums soll in die Räume der Bautzener denkBar einziehen.
Das Zentrum soll sich unter anderem mit einem geringeren Ressourcenverbrauch im Bauwesen, CO₂-armen Baustoffen und wiederverwendbaren Materialien beschäftigen. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in Unternehmen und industrielle Produktionsverfahren zu übertragen.
Für die Oberlausitz könnte daraus eine engere Verbindung zwischen Forschung, Bauwirtschaft und regionalem Mittelstand entstehen. Konkrete Angaben zu neuen Arbeitsplätzen, Investitionssummen oder dem zeitlichen Aufbau des Bautzener Standorts enthält die aktuelle Hochschulmeldung jedoch nicht.
MINT-Bildung und Halbleiterforschung
Neben dem Bauwesen berieten die Beteiligten über die MINT-Bildung in Ostsachsen und die Halbleiteraktivitäten der Hochschule Zittau/Görlitz. Dabei geht es um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie um die Frage, wie junge Menschen frühzeitig für technische Berufe gewonnen werden können.
Für die Region ist das eng mit der Fachkräftesicherung verbunden. Unternehmen in der Oberlausitz suchen qualifizierte Beschäftigte, während viele junge Menschen für Ausbildung und Studium die Region verlassen. Gemeinsame Angebote von Hochschule, Kommunen und Wirtschaft könnten dazu beitragen, berufliche Perspektiven vor Ort sichtbarer zu machen.
Bedeutung für Zittau und die Oberlausitz
Obwohl die Stadt Zittau selbst nicht Partnerin des Treffens war, besitzt die Zusammenarbeit auch für den Hochschulstandort Zittau Bedeutung. Der Transferraum CELSIUZ dient als Vorbild für den neuen Innovationsort in Bautzen. Zugleich kann die Hochschule ihre Forschung und ihre Veranstaltungsangebote stärker in der gesamten Oberlausitz bekannt machen.
Davon können langfristig auch Zittauer Institute, Studierende und regionale Unternehmen profitieren. Entscheidend ist, ob aus den ersten Vereinbarungen dauerhaft finanzierte Projekte, gemeinsame Forschungsaufträge und konkrete Angebote für die Bevölkerung entstehen.
Wie es weitergeht
Hochschule und Stadt Bautzen wollen in den kommenden Monaten erste gemeinsame Vorhaben umsetzen. Nach Angaben der Beteiligten wurden dafür bereits konkrete Schritte und Termine vereinbart. Öffentlich benannt wurde bislang vor allem ein mögliches Veranstaltungsformat während des Wenzelmarktes.
Weitere Informationen zu Finanzierung, Zuständigkeiten und Projektlaufzeiten liegen noch nicht vor. Diese Angaben werden entscheidend sein, um die praktische Wirkung der neuen Zusammenarbeit beurteilen zu können.
Die Hochschule Zittau/Görlitz und die Stadt Bautzen wollen Wissenschaft und kommunale Entwicklung enger verbinden. Der Zittauer Transferraum CELSIUZ liefert dafür praktische Erfahrungen, die nun auch in der Bautzener Innenstadt genutzt werden sollen.
Der Schwerpunkt auf nachhaltigem Bauen, MINT-Bildung und Wissenstransfer passt zu den wirtschaftlichen Herausforderungen der Oberlausitz. Nun müssen aus den vereinbarten Gesprächen nachvollziehbare Projekte mit festen Verantwortlichkeiten und sichtbaren Ergebnissen entstehen.
Quelle
– Hochschule Zittau/Görlitz: „Denkbar ist alles! – Wenn Wissenschaft und Stadt gemeinsam Zukunft gestalten“, veröffentlicht am 22. Juli 2026; Treffen vom 3. Juli 2026.