Seit Samstag, dem 1. August 2026, gelten im Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Oberlausitz-Niederschlesien höhere Fahrpreise. Die durchschnittliche Steigerung beträgt 7,3 Prozent. Betroffen sind damit auch Fahrgäste in Zittau und Umgebung, die regionale Busse und Bahnen nutzen. Das BildungsTicket, das SeniorenTicket und die Preise für Schülergruppen bleiben unverändert.
Neue Preise gelten seit Samstag
Der Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen hat die Tarifanpassung bereits am 18. Juni beschlossen. Seit dem 1. August wird sie nun praktisch umgesetzt.
Besonders betroffen ist nach Angaben des Verkehrsverbundes das Angebot an Tageskarten im Regionalverkehr. Je nach Verbindung und gewähltem Fahrschein kann die tatsächliche Preissteigerung vom Durchschnittswert abweichen.
Fahrgäste sollten deshalb vor dem Ticketkauf die aktuellen Preise in den Fahrplanauskünften, Apps oder an den Verkaufsstellen prüfen.
Höhere Energie- und Personalkosten als Begründung
Der Verkehrsverbund begründet die Erhöhung mit gestiegenen Aufwendungen. Dazu zählen vor allem höhere Energiepreise sowie wachsende Personalkosten bei den Verkehrsunternehmen.
Für die Betriebe bedeutet das einen erheblichen Kostendruck. Die zusätzlichen Einnahmen aus den höheren Fahrpreisen sollen dazu beitragen, das bestehende Verkehrsangebot weiter finanzieren zu können.
Offen bleibt jedoch, wie stark die Belastung für Fahrgäste ausfällt, die regelmäßig einzelne Fahrscheine oder Tageskarten kaufen und kein Deutschlandticket nutzen.
Diese Angebote bleiben preisstabil
Von der aktuellen Erhöhung ausgenommen sind nach Angaben des ZVON das BildungsTicket, das SeniorenTicket und die Tarife für Schülergruppen. Auch beim Deutschlandticket ergibt sich aus der regionalen ZVON-Anpassung keine zusätzliche Preisänderung.
Damit werden vor allem Schüler und bestimmte ältere Fahrgäste vor einer unmittelbaren Verteuerung ihrer regionalen Abonnements geschützt.
Gelegenheitsfahrer, Ausflügler und Pendler ohne Zeitkarte müssen dagegen bei vielen Verbindungen mit höheren Ausgaben rechnen.
Katzensprung-Ticket jetzt auch bei Busunternehmen erhältlich
Parallel zur Preiserhöhung wurde der Vertrieb des Katzensprung-Tickets ausgeweitet. Seit dem 1. August kann der Fahrschein nicht mehr nur über die Länderbahn, sondern auch bei fünf regionalen Busunternehmen gekauft werden.
Beteiligt sind Lassak Reisen, das Omnibusunternehmen Gottfried Beck, der Omnibusbetrieb Siegfried Wilhelm, die Regionalbus Oberlausitz GmbH und die SchmidtSchwarz GmbH.
Das Ticket soll kombinierte Fahrten mit Bus, Regionalbahn und dem öffentlichen Nahverkehr im Raum Dresden vereinfachen. Die Erweiterung betrifft vor allem Verbindungen aus dem Landkreis Bautzen; für Fahrgäste aus dem weiteren ZVON-Gebiet ist sie dennoch Teil des schrittweisen Zusammenwachsens der ostsächsischen Verkehrsangebote.
Mobilität im ländlichen Raum bleibt Kostenfrage
Für Zittau und das Umland ist ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr besonders wichtig. Viele Einwohner sind für Arbeitswege, Arztbesuche, Ausbildung oder Behördentermine auf regionale Bus- und Bahnverbindungen angewiesen.
Die Tariferhöhung zeigt zugleich ein grundsätzliches Problem: Verkehrsunternehmen müssen steigende Betriebskosten finanzieren, während höhere Ticketpreise die Attraktivität des Nahverkehrs beeinträchtigen können.
Entscheidend wird deshalb sein, ob der neue Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen neben gemeinsamen Tarifen auch bessere Anschlüsse und ein verlässliches Angebot erreicht. Preissteigerungen allein schaffen noch keine bessere Mobilität.
Quellen
Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, „ZVON-Tarif wird zum 01.08.2026 angepasst“, Pressemitteilung vom 22. Juli 2026
Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, „ZVON-Tarif wird angepasst“, veröffentlicht am 22. Juli 2026
Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, „Verkehrsverbund stellt erste Weichen für Ostsachsentarif“, Presseinformation vom 18. Juni 2026
Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, „Katzensprung-Ticket gilt bald für mehr Buslinien“, Presseinformation vom 8. Juni 2026