Die Städtischen Museen Zittau rücken im Oktober jüdische Geschichte und Kultur in den Mittelpunkt. Im Franziskanerkloster stehen ein Vortrag über die Bedeutung und Gestaltung von Synagogen sowie zwei Kinder- und Familienführungen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Zittau auf dem Programm.
Vortrag über die Synagoge
Am Mittwoch, 7. Oktober 2026, um 17 Uhr spricht Dr. Juliane Irma Mihan im Franziskanerkloster unter dem Titel „Bet Knesset, Bet Tefilah – Die Synagoge“.
Eine Synagoge ist weit mehr als ein Gebets- und Gottesdiensthaus. Sie bildet zugleich einen Mittelpunkt des Gemeindelebens. Im Vortrag geht es unter anderem darum, welche Einrichtungsgegenstände traditionell zu einer Synagoge gehören und worin sich orthodoxe und reformierte Synagogen unterscheiden.
Dr. Mihan nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch unterschiedliche Synagogen weltweit. Dabei wird deutlich, wie vielfältig Architektur und Gestaltung sein können. Ein kurzer Exkurs beschäftigt sich außerdem mit der Rolle der Orgel in Synagogen.
Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Um vorherige Anmeldung bei den Städtischen Museen Zittau wird gebeten.
Expertin für jüdische Geschichte
Dr. Juliane Irma Mihan stammt aus Görlitz und studierte Jüdische Studien, Religionswissenschaft sowie Neuere und Deutsch-Jüdische Geschichte an den Universitäten Erfurt und Potsdam.
2016 promovierte sie an der Universität Potsdam mit einer Arbeit über die jüdisch-christliche Simultanschule in Stadtlengsfeld in der Vorderrhön. Seit 2022 arbeitet sie bei den Städtischen Museen Zittau unter anderem in der Museumspädagogik.
Jüdische Geschichte für Kinder und Familien
Auch während der Herbstferien beschäftigen sich die Museen mit jüdischem Leben in Zittau.
Am 14. Oktober sowie am 20. Oktober 2026, jeweils um 14 Uhr, lädt das Franziskanerkloster zu Kinder- und Familienführungen unter dem Motto „Judentum in Zittau“ ein.
Kinder ab fünf Jahren, Jugendliche und ihre Begleitpersonen erkunden gemeinsam mit Dr. Mihan die Geschichte der jüdischen Gemeinde der Stadt.
Dabei geht es unter anderem um die ehemalige Zittauer Synagoge: Wie sah sie aus und wo befand sie sich? Auch jüdische Grabsteine und ihre Verzierungen werden thematisiert.
Von Kippa und Mesusa bis zum Drejdel
Die Führungen vermitteln jüdische Kultur auf anschauliche und altersgerechte Weise. Die Teilnehmer erfahren, welche Bedeutung eine Kippa und eine Mesusa haben und wie jüdische Feste gefeiert werden.
Kinder können außerdem ausprobieren, ihren eigenen Namen mit hebräischen Buchstaben zu schreiben. Auch das traditionelle Spiel mit dem Drejdel gehört zum Programm.
Für Kinder kostet die Teilnahme 2 Euro, Erwachsene zahlen 8 Euro für die Führung.