Vor genau 100 Jahren führte ein spektakulärer Kriminalfall von Polen über Danzig und die pommersche Ostseeküste bis nach Berlin. Das Stadtgeschichtliche Museum Wolgast greift diese Geschichte derzeit in seiner Sonderausstellung zum Alkoholschmuggel des Jahres 1926 auf. Am heutigen Sonntag ist die Schau noch bis 16 Uhr geöffnet.
Im Mittelpunkt steht ein Schmugglerring, dessen Netzwerk verschiedene Brennereien, Küstenorte und Transportwege miteinander verband.
Auch Swinemünde, Freest und die Gewässer vor Pommern spielten dabei eine Rolle.
Schmuggel war ein internationales Geschäft
Alkoholschmuggel war kein kleines lokales Vergehen.
Hohe Abgaben, staatliche Regulierung und wirtschaftliche Krisen schufen Anreize für illegale Geschäfte über Grenzen hinweg.
Die Ostseeküste bot dafür zahlreiche Häfen, kleinere Anlandestellen und Wasserwege.
Berliner Prozess machte Netzwerk sichtbar
1926 kam es in Berlin zu einem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren.
Dadurch wurden Strukturen sichtbar, die weit über einzelne Schmuggler hinausreichten.
Die Wolgaster Ausstellung verbindet diese Kriminalgeschichte mit den wirtschaftlichen Bedingungen der Weimarer Republik.
Pommern wird zum Schauplatz
Für Wolgast liegt der besondere Reiz in der regionalen Nähe.
Die Ausstellung zeigt, dass die pommersche Küste nicht nur Urlaubs- und Handelsregion war, sondern zeitweise auch Teil illegaler internationaler Transportwege.
Besuch heute noch möglich
Das Stadtgeschichtliche Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
Damit bleiben nach dem aktuellen Stand von 11.45 Uhr noch mehr als vier Stunden für einen Besuch.
Quellen
Stadt Wolgast – Stadtgeschichtliches Museum Amt Am Peenestrom – Informationen zur Sonderausstellung „1926 – Alkoholschmuggel entlang der pommerschen Küste“